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Sander sieht in Gladbach das Signal zum Aufbruch

Die Borussia kann doch noch gewinnen. Und hat beim 3:2-Sieg in Stuttgart gezeigt, worauf es auch in den nächsten Wochen ankommen wird.

Insgesamt 128 Kilometer an Laufleistung

Die Szenen nach dem Schlusspfiff sprachen Bände. Einige Spieler sanken völlig entkräftet auf den Boden. Andere schrien ihre Erleichterung in den Stuttgarter Nachthimmel. „Es hatte sich eine Menge Druck und Frustration angestaut. Wir haben ganz gut Scheiße gefressen in den vergangenen Wochen. Ich bin jetzt einfach nur unfassbar glücklich und stolz auf die Truppe“, versuchte Philipp Sander seine Gefühlswelt nach dem Schlusspfiff in Worte zu fassen.

Nach einem schwachen Start ins Spiel und einem 0:1-Rückstand zurückgekommen zu sein, bei einem Champions-League-Teilnehmer, mache diesen wichtigen 3:2-Sieg noch ein bisschen wertvoller. „Wir haben nicht aufgesteckt“, freute sich der 28-Jährige. „Und wir haben uns zum ersten Mal in dieser Saison belohnt. Das fühlt sich richtig gut an.“

Der überraschende Erfolg in Stuttgart kann für die leidgeplagten Borussen die Initialzündung bedeuten. Es ist das nach sechs Pleiten herbeigesehnte Signal zum Aufbruch. Jetzt heißt es dranzubleiben und den Schwung zu nutzen, meinte Sander, der die Mannschaft in Stuttgart als Kapitän aufs Feld geführt hatte. „Mut und Vertrauen können wir aus diesem Spiel mitnehmen. Aber wir alle müssen auch wissen, dass es nicht mit einem Schritt weniger geht. Die Messlatte ist gesetzt“, sagte Sander und betonte: „Das war ein erster Schritt in die richtige Richtung. Davon müssen jetzt weitere folgen. Wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns.“

Nicht nur Kampf, sondern auch mit Kunst

Basis für alles war in Stuttgart eine für Gladbacher Verhältnisse außergewöhnliche Laufleistung. 128 Kilometer riss die Mannschaft von Trainer Alexander Blessin ab. „Auf jeden Fall Bestwert, seit ich in Gladbach bin“, lobte Sportchef Rouven Schröder. „Wir sind dem Gegner unfassbar auf die Nerven gegangen. Wir waren eine Einheit, die von ganz hinten bis nach vorn geschlossen verteidigt hat. Wir wollten immer den Meter mehr gehen“, hob Sander in seiner Analyse hervor. Gerade diese Bereitschaft hatte der Coach in den Tagen vor Stuttgart eingefordert von seinen Spielern – und freute sich über das Resultat. „Es geht nur über die Basics“, sagte Blessin. „Und jeder hat alles reingeworfen.“

Wobei zum Erfolg nicht nur Kampf, sondern auch ein wenig Kunst beitrug. Dafür verantwortlich: Wael Mohya. Der in Stuttgart überragende Offensivkünstler steht dafür, dass in der Mannschaft trotz der zahlreichen Ausfälle – in Stuttgart fehlten Blessin zehn Profis – immer noch einiges an spielerischem Potenzial schlummert. Eine der wichtigsten Nachrichten nach dem Abpfiff lautete daher, dass Mohya nach seiner Auswechslung direkt schon Entwarnung geben konnte: „Nur ein Eisbein.“ Auch das 17 Jahre alte Supertalent wird im DFB-Pokal gegen den Karlsruher SC mitwirken können.

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