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Rolfes über einen zweiten Fall Boniface: „Das geht nicht“

Mit seinem verfrühten Gang in die Kabine stellte sich Victor Boniface bei Leverkusens 4:3-Sieg in Mainz ins Abseits. Geschäftsführer Simon Rolfes zeigt zwar Verständnis für den Frust des Stürmers, macht aber auch eindeutig klar, dass eine Wiederholung des Fehltritts nicht akzeptabel wäre.

Bayer-Manager mit klarer Ansage

Am Mittwoch vor dem Abflug zum Europa-League-Spiel bei Lech Posen sprach Simon Rolfes über Victor Bonifaces Fauxpas beim Spiel in Mainz. Und darüber wie der Klub damit umgeht, dass der Mittelstürmer in der 84. Minute, nachdem er auch bei den letzten beiden Wechseln nicht berücksichtigt worden war, vorzeitig frustriert in die Kabine gestapft war. Ein Affront gegen den Teamgeist, zu dem der Geschäftsführer klare Worte fand, aber auch Trainer Carles Martinez.

Bonifaces Ambitionen steigerten sich schneller als seine Form

„Carles hat direkt am Sonntagmorgen mit ihm gesprochen, um das Thema damit dann auch abzuhaken“, erklärt der Manager den Umgang des Klubs mit dem Spieler, dessen Gemütslage Rolfes einerseits versteht, aber dessen Verhalten er andererseits auch unmissverständlich einordnet.

„Grundsätzlich wird es ja mit Boni wirklich mit jeder Woche besser, auch sein Level“, sagt der 44-Jährige, „wenn wir auch mal zurückgehen, wo wir gestartet haben Anfang Juli bis jetzt – das ist eine sehr positive Entwicklung.“ Doch genau diese sieht Rolfes als einen Grund für den Fehltritt des Nigerianers, der sich nach einem verlorenen Jahr in Bremen inklusive schwerer Knie-Operation wieder herangekämpft hat.

Rolfes sieht in Bonifaces Frust auch ein gutes Zeichen

„Dass er natürlich trotzdem noch Schritte machen muss“, sei klar, sagte der Manager, aber „er war vielleicht enttäuscht, weil er sich mittlerweile natürlich auch viel mehr Hoffnung macht als vor sechs Wochen – und das ist erst mal ein gutes Zeichen.“ Mit stetig steigender Verfassung wuchsen bei dem 25-Jährigen auch die Ambitionen – allerdings in zu hohem Tempo.

Eine Erklärung, die Rolfes nicht als Entschuldigung gelten lassen möchte. „Trotzdem weiß er auch, dass das nicht so clever war“, urteilt der Geschäftsführer, der erwartet, „dass es das nächste Mal auch nicht mehr passiert.“ Ein Aspekt der von enormer Bedeutung ist, wie der ehemalige Profi feststellt.

Wäre doch eine Wiederholung fatal und würde die Teamchemie gefährden. „Nein, das geht nicht, das weiß er aber auch“, stellt der Manager unmissverständlich fest, „das war jetzt einmal, das ist jetzt auch erledigt. Aber natürlich ist es wichtig, dass wir ein Team sind und jeder dieses unterstützt in jedem Moment, auch wenn die eigene Situation vielleicht einen gerade mal frustriert.“

Wie sich eine solche für einen Spieler anfühlt, der keine Spielzeit bekommt, weiß Rolfes aus seiner Zeit als Aktiver. „Ich war auch ein Spieler. Dass ein Spieler frustriert ist, wenn er nicht spielt, ist normal. Es wäre schlimm, wenn es nicht so wäre, dann würde ich mich mehr darüber aufregen“, sagt der frühere Mittelfeldakteur, betont jedoch: „Aber du musst es dann trotzdem immer noch vernünftig händeln.“ Was Boniface nicht gelang.

Boniface zeigte sich einsichtig, aber erinnert er sich daran beim nächsten Frust-Moment?

Immerhin: Der Angreifer habe sich einsichtig gezeigt, erzählt Rolfes. „Er hat ja schon in der Kabine noch relativ lange dann gesessen, als wir auch alle da waren. Mein Gefühl war, dass er schon in der Kabine gemerkt hat, dass es jetzt vielleicht nicht das Beste war.“ Jetzt geht es darum, ob Boniface sich im nächsten Moment der Frustration, der aufgrund seines Status als Mittelstürmer Nummer 3 und des Überangebots an Offensivspieler programmiert ist, dann an diese Erkenntnis auch erinnern kann.

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