In Elversberg wurde Robin Fellhauer Fußballprofi, nun steht die Rückkehr bevor – auf einer anderen Position?
Augsburg-Profi vor der Rückkehr nach Elversberg
Die Ansprüche sind längst andere in Augsburg, das haben die vergangenen Tage wieder mal bewiesen. Nach dem 2:2 gegen den FC Bayern herrscht beim kleinen bayerischen Nachbarn kein Ausnahmezustand aufgrund eines gewonnenen Punktes, es überwiegt der Hunger nach mehr. So wie in der Tabelle, wo auf Klassenerhalt und Klassenerhalt mehr möglich scheint als sonst.
Ob es nun, nach dem Highlight-Spiel gegen Bayern, schwierig werden könnte, auf den „Alltag“ in Elversberg umzuschalten? „Es darf nicht schwierig sein“, stellt Sportdirektor Benni Weber klar. „Es muss eine Selbstverständlichkeit rein, dass wir das Woche für Woche wieder abrufen.“ Obwohl natürlich auch er weiß, dass seine Mannschaft dieses Mal nicht der Außenseiter, sondern tendenziell eher der Favorit ist. „Ich kenne die Bedingungen in Elversberg, das werden andere Bedingungen sein, rein schon von der Infrastruktur.“
Und trotzdem ist die Brust natürlich breit beim FCA, der sich nach wie vor ärgern muss, vor der Länderspielunterbrechung eine 2:0-Führung in Bremen aus der Hand gegeben zu haben, ansonsten wäre die Weste immer noch weiß. Und nun warten mit dem Auswärtsspiel beim Aufsteiger, der darauffolgenden Aufgabe gegen Union und dem Zweitrundenspiel im Pokal in Großaspach drei Partien, die zeigen können oder sogar zeigen müssen, dass sich das Rad in Augsburg weiterdreht. Jetzt winkt die Gelegenheit, sich direkt mal weit von unten zu distanzieren und ganz leicht oben festzubeißen.
Baums Optionen vor der nächsten Mission
Personell entspannt sich die Lage für Manuel Baum zumindest ein kleines bisschen. Marius Wolf sollte nach überstandener Krankheit wieder eine Option für Elversberg sein. Sein Vertreter Young-Woo Seol fiel beim Startelfdebüt gegen die Bayern etwas ab. Möglich wäre auch, dass Baum in vorderster Reihe auf Mert Kömür oder ein Doppelgespann aus Rodrigo Ribeiro und Michael Gregoritsch setzt.
Das hätte jedoch zur Folge, dass Robin Fellhauer wieder von der Zehner-Position auf die rechte Schiene zurückweicht. Dort fühlt sich der ehemalige Elversberg-Kapitän nach eigener Aussage inzwischen am wohlsten, der jüngste Lauf spricht aber nicht dafür. Bei aller Freude über das Rekordtor des 28-Jährigen gegen den Rekordmeister ging fast unter, dass es bereits sein drittes Saisontor war – mehr weist beim FCA gerade keiner auf.
Fellhauers Stärken liegen in der Intensität und Laufbereitschaft, die kann er auf der rechten Seite tendenziell noch etwas besser ausüben. Gleichwohl hilft den Augsburgern seine Geschwindigkeit für Tiefenläufe hinter die gegnerische Abwehrkette. Oder eben im Gegenpressing, wie gegen Manuel Neuer gesehen. Am vergangenen Samstag hatte er das Spiel nach diversen Wechseln zumindest auf der Schiene beendet und nicht im offensiven Mittelfeld, und ohnehin ist er in Augsburg als Allesspieler bekannt.
So oder so wird es für den Torschützen des schnellsten Bundesliga-Treffers aller Zeiten ein besonderes Spiel. Für Freunde und Familie durfte Fellhauer bereits vor Wochen zahlreiche Tickets anfragen, bei der SVE begann er einst in der Regionalliga Südwest und trug seinen Teil dazu bei, dass der kleine Klub aus dem Saarland heute so gut dasteht.

