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Riera als Herr der Metaphern: „Ich sage es selbst: Albert, du gewinnst nicht genug“

Diesmal keine Brandrede: Albert Riera zeigt sich vor seinem persönlichen „Endspiel“ in Dortmund von seiner anderen Seite. Frankfurts Trainer bemüht Metaphern aller Art und kürt ein Zauberwort der Woche.

Ein Motto für Freitagabend

Wie lange die Amtszeit von Albert Riera in Frankfurt noch dauert? Das hängt nicht zuletzt vom Ausgang des Spiels am Freitagabend (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker) bei Borussia Dortmund ab. Die Eintracht geht mit dem angezählten 44-jährigen Spanier in den vorletzten Spieltag, doch vor allem die Zukunft ab dem 1. Juli steht in den Sternen.

„Ich mache mir keine Sorgen um meine Zukunft. Das ist nicht wichtig“, sagte Riera auf einer Pressekonferenz am Donnerstag, als er darauf angesprochen wurde. „Ich weiß ganz genau, wie dieser Beruf funktioniert. Ich sage es selbst: ‚Albert, du gewinnst nicht genug.“

Aber eben doch mehr als Vorgänger Dino Toppmöller, wie Riera nebenbei bemerkte. „Wenn ich etwas sagen darf: Wir wissen müssen, woher wir kommen. Denn als ich kam, haben wir von 13 Spielen nur eines gewonnen. Jetzt mit Albert haben wir von 12 Spielen nur vier gewonnen.“ Dieser Albert, von dem er in der dritten Person redete, stand allerdings nicht nur wegen der sportlichen Ergebnisse, sondern nicht zuletzt wegen seines Auftretens heftig in der Kritik.

Riera nimmt die Erfahrenen in die Pflicht

Seine Wutrede vor einer Woche erzeugte großen medialen Widerhall. Diesmal lächelte der impulsive Coach viel, achtete merklich auf seine Außendarstellung und wies keine Frage eines Journalisten zurück. Er verriet auch eine Aussage, die er gegenüber der Mannschaft getroffen habe: „Wir brauchen die erfahrenen Spieler gerade jetzt mehr denn je.“ Diese habe er daran erinnert, „dass sie ein Vorbild sein müssen, dass sie einen Schritt nach vorn machen müssen, und die Jungen müssen helfen und die Situation akzeptieren“.

Riera – ganz der Motivator – kürte auch ein Zauberwort der Woche: „Das Motto für morgen ist ‚Teamspiel‘, ‚Teamabend'“, betonte er. „Diese Woche haben wir über ein Wort gesprochen, das für mich magisch ist, nämlich ‚Team‘ – um Zusammenhalt zu spüren.“ Beim ernüchternden 1:2 gegen den Hamburger SV habe er nämlich bei seiner Mannschaft „keinen Zusammenhalt, kein Team, keine Zusammenarbeit mit und ohne Ball“ gesehen.

Riera wechselt munter die Ebene der Sinnbilder

Zwar sei die folgende Trainingswoche wieder sehr gut gewesen, aber das hat Riera inzwischen fast allwöchentlich herausgestellt. Was schiefläuft beim Transfer vom Training in den Wettkampf? „Vielleicht lernst du die ganze Woche und dann schneidest du in der Prüfung schlecht ab“, wählte er eine Metapher zur Erklärung: „Das kann passieren. Das ist vergangene Woche passiert.“

Er wollte „hoffentlich diese Woche den Knopf drücken, damit die Mannschaft besser spielt“, wechselte Riera die Ebene der Sinnbilder – und tat das gleich noch einmal, als er kurz darauf nach Can Uzuns Standing beim Coach gefragt wurde.

„In meiner Mannschaft wird es niemals dazu kommen, dass ein Spieler mehr Vorteile hat als ein anderer. Wir sind alle gleich“, unterstrich Riera und untermalte das mit entsprechender Mimik. „Bei Kindern kann man nicht das eine mehr lieben als das andere, so etwas geht nicht. Aber sie haben unterschiedliche Eigenschaften. Der eine ist in einer Sache besser, der andere in einer anderen, nicht wahr?“

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