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Remberg über Königsdörffers Jubel: „Das gehört sich für mich nicht“

Es war ein vollkommen verkorkster Nachmittag für den Hamburger SV. Beim 0:5 gegen Mainz kassierte die Elf von Trainer Merlin Polzin die höchste Heimniederlage seit acht Jahren – und dann war da auch noch die Personalie Ransford Königsdörffer.

HSV-Kapitän kritisiert seinen Ex-Kollegen

Man muss schon eine Weile im Archiv wühlen, um auf eine Heimniederlage zu stoßen, die derart eindeutig war wie am Sonntagnachmittag. Erst in der Saison 2018/19 wird man fündig: Auch damals, ebenfalls im September, erlebte der HSV ein Debakel, als er vor den eigenen Fans 0:5 gegen Jahn Regensburg unterging. Jetzt, etwas mehr als acht Jahre später, war es der 1. FSV Mainz 05, der ebenso deutlich im Hamburger Volksparkstadion triumphierte.

Das alleine war eigentlich schon zu viel des Schlechten. Es war allerdings noch nicht alles, was die HSV-Fans nach 90 äußerst ernüchternden Minuten frustriert nach Hause gehen ließ. Als die Partie ohnehin schon lange entschieden war, traf auch noch Ransford Königsdörffer, der Flügelstürmer, der 2022 von Dynamo Dresden nach Hamburg gekommen und in diesem Sommer nach Mainz weitergezogen war. Nun kam es zum zeitigen Wiedersehen an der Elbe. Und das hatte es in sich.

Erst gab es Applaus für Königsdörffer, später eskalierte es

Als der Stadionsprecher vor dem Spiel die Aufstellungen verlas, gab es noch Applaus für Königsdörffer, bei seiner Einwechslung in der 68. Minute waren dann vereinzelte Pfiffe im weiten Rund zu vernehmen. So weit, so gewöhnlich – doch in der Nachspielzeit kochten die Emotionen schließlich über.

Königsdörffer hatte das 5:0 erzielt und seinen Treffer, auf den Knie rutschend, vor den HSV-Fans gefeiert. Ein demonstrativer Jubel, der die ohnehin schon bedienten Anhänger der Gastgeber zusätzlich reizte und Hamburgs Kapitän Nicolai Remberg auf den Plan rief.

„Wenn einer vor unseren Fans so jubelt, gehört sich das für mich nicht.“ (Nicolai Remberg)

Der 26-Jährige ist mit Königsdörffer befreundet, maßregelte ihn aber noch auf dem Platz. „Ich mag ihn unfassbar gerne“, sagte Remberg später in der Interviewzone des Volksparkstadions, „aber ich bin Kapitän von dem Verein hier – und wenn einer vor unseren Fans so jubelt, gehört sich das für mich nicht.“ Königsdörffers Ausgelassenheit sei „einfach nicht korrekt“ gewesen, betonte Remberg und sprach den eigenen Fans damit aus der Seele.

Für Remberg war Königsdörffers Ausgelassenheit „drüber“

Königsdörffer habe zwar „viel abbekommen“ und auch so manche Beleidigung „unter der Gürtellinie“ über sich ergehen lassen müssen, erklärte Remberg – dennoch sei der Jubel des 24-Jährigen „ein bisschen drüber“ gewesen.

Ein allzu großes Thema wollte der Mittelfeldspieler aber ebenso wenig daraus machen wie sein Trainer Merlin Polzin. „Wir haben andere Themen, als uns darüber zu unterhalten“, sagte der HSV-Coach nach der Partie. Auch Urs Fischer schlug milde Töne an. „Er hat gefeiert. Er hat sich übers Tor gefreut. Das kam nicht so gut an“, sagte der Mainzer Trainer am Sky-Mikrofon, „aber ich finde schon auch, dass sich ein Spieler freuen sollte, wenn er ein Tor schießt. Aber klar, man sollte es auch nicht übertreiben.“ Das hatte Königsdörffer allerdings getan.

Dass er das womöglich selbst erkannte, leitete Remberg daraus ab, dass ihm sein Ex-Kollege die Hand entgegenstreckte, um mit ihm abzuklatschen, als er nach seinem Jubel zurück in die eigene Hälfte lief. Da waren die Anhänger des HSV aber längst auf den Palmen. Dass sie ein ehemaliger Hamburger in ihrem eigenen Wohnzimmer derart provoziert hatte, war einfach zu viel. Das Spiel selbst hatte ja schon genug angerichtet.

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