Seit Sonntag residiert der HSV im Aqua Dome im österreichischen Längenfeld. Möglichst schon ab dem morgigen Dienstag soll ein weiteres Zimmer in dem Wellness-Hotel mit riesiger Thermenlandschaft gebucht werden: Für Angreifer Patson Daka, einen 27-jährigen Sambier von Leicester City.
Stürmer absolviert Medizincheck in Hamburg
Aus Hamburgs Trainingslager in Längenfeld berichtet Sebastian Wolff
Mit Ransford Königsdörffer (Mainz), Robert Glatzel (Wolfsburg), Damion Downs (war von Southampton ausgeliehen) und Philip Otele (war vom FC Basel ausgeliehen) hatte der HSV in dieser Transferperiode vier Stürmer verloren, bislang aber noch keinen verpflichtet. Daraus entstanden Lücken im Kader, die während der ersten Tage in Österreich auch dadurch dokumentiert werden, dass Yussuf Poulsen der einzige echte Mittelstürmer ist. Zuwachs aber ist im Anflug.
Der Angreifer soll seine Karriere wieder in Schwung bringen
Patson Daka soll am Montag in Hamburg eintreffen und am Dienstag seinen Medizincheck absolvieren. Verläuft dieser nach Plan, soll er noch am morgigen Abend den Flieger nach Innsbruck besteigen und am Abend im Aqua Dome einchecken – als erster neuer HSV-Stürmer dieses Sommers. Die Einigung darüber ist erzielt.
Beim Blick in die Vita des Nationalstürmers von Sambia wird deutlich: Die einst hoffnungsvolle Karriere ist ins Stocken geraten, er kommt folglich nicht zwingend als der neue Angreifer Nummer 1 an die Elbe. Im Sommer 2021 zahlte der damalige Premier-League-Klub Leicester City 30 Millionen Euro an Red Bull Salzburg. In Österreich hatte Daka 68 Tore in 125 Pflichtspielen erzielt, in England lief es, insbesondere in der abgelaufenen Spielzeit, deutlich schlechter.
Nach drei Jahren in der Premier League und zwei Spielzeiten in der zweitklassigen Championship konnte der Angreifer zuletzt den Abstieg mit dem Ex-Meister in die Drittklassigkeit nicht verhindern, erzielte nur fünf Saisontore. Die Folge: Ein rasanter Kursverfall. Der vor fünf Jahren millionenschwere Angreifer ist vertragslos, es gibt ihm zum Nulltarif.
In Hamburg sind die Entscheider sicher, dass Daka zum einen das Potenzial und den Hunger hat, seine Karriere wiederzubeleben, und dass er mit seiner Intensität und seinem Tempo genau das in die Offensive einbringen könnte, was Merlin Polzin vorschwebt. Klar ist gleichzeitig: Daka soll beim Aufrüsten der Abteilung Attacke nur der Anfang sein.
Geht der Zeitplan mit Anreise, Medizincheck und Weiterreise nach Österreich auf, könnte der neue Angreifer schon am Mittwoch mit den neuen Kollegen auf dem Trainingsplatz stehen – und am Samstag sein Debüt feiern. Auf der Rückreise aus dem einwöchigen Trainingslager macht der HSV-Tross in Kematen nahe Innsbruck halt und testet gegen Bundesliga-Absteiger Heidenheim. Möglicherweise schon mit Daka.

