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Remberg: „Es ist auch meine Verantwortung“

Der Montag stand im Zeichen der Aufarbeitung. Der Sonnenschein im Hamburger Volkspark lieferte nach dem krachenden 0:5 ein trügerisches Bild, es gibt viel Redebedarf. Nicolai Remberg findet deutliche Worte, und der Kapitän fängt bei sich selbst an.

Der HSV-Kapitän arbeitet das Debakel auf

Während der Sommervorbereitung hatte Nicolai Remberg das Kapitänsamt von Merlin Polzin übertragen bekommen und damit eine stetige Entwicklung in den zurückliegenden Jahren persönlich gekrönt. Doch schon beim Auftakt in Dortmund (0:2) und nun auch beim sonntäglichen Debakel gegen Mainz (0:5) offenbarte der Ex-Kieler große Probleme. Bei der Aufarbeitung geht er mit klarer Kante voran.

„Das erste Gegentor gegen Mainz“, bekennt Remberg, „geht auf mich, da müssen wir nicht drumherum reden.“ Den 26-Jährigen treibt außerdem um, was nach seinem verheerenden Fehlpass vor dem 0:1 passiert ist: „Wir kriegen alle Gegentore zu billig, zu einfach.“ Beinahe ohne Gegenwehr ist der HSV, der sich im ersten Bundesligajahr nach dem Aufstieg vor allem über Intensität definiert hatte, auseinandergebrochen.

Offensichtlich ist: Der neue Abwehr-Chef Sebastiaan Bornauw ist nach verpasster Vorbereitung noch kein Boss; der neue Rechtsverteidiger Zakaria El Ouahdi schwächelte vor allem im Rückwärtsgang, die weiteren Startelf-Debütanten Bilal Nadir, David Möller Wolfe und Terem Moffi spielten komplett nebeneinander her.

Waren gegen Mainz nach stabiler Vorbereitung zu viele Neulinge auf dem Platz? „Unsere Abläufe sind nicht so schwer zu verstehen“, widerspricht der Kapitän und fordert: „Es geht um die Umsetzung. Wir alle nicken bei der Analyse, danach setzen wir es aber nicht um. Ich nehme mich da nicht raus, es ist auch meine Verantwortung.“ Seine ehrlichen Worte: „Nach dem 0:2 lassen wir uns hängen, nach dem 0:3 regierte das Zufallsprinzip.“

Null Chancen standen für den HSV seit Erfassung dieser Statistik 1988 erst viermal zu Buche

Nicht eine einzige Torchance in der gesamten Partie unterfüttern Rembergs Analyse, die einer Selbstanklage gleichkommt. Null Chancen standen für den HSV seit Erfassung dieser Statistik 1988 erst viermal zu Buche. Kommen gesehen hat der Anführer diesen in jeder Hinsicht desaströsen Auftritt nicht: „Es nervt so sehr, weil unsere Trainingswoche so gut war, die Abläufe waren drin.“ Auch der Trainer hatte am Sonntag erklärt, die Personalauswahl sei einer klaren Überzeugung entsprungen.

Vor der nächsten hohen Hürde, auswärts in Leipzig, regiert die Frage, wie Polzin in den runderneuerten Kader die alte Intensität hereintragen kann? Remberg ahnt, was nun in der Öffentlichkeit erfolgt: „Wir werden jetzt auseinandergenommen, alle werden wieder sagen, wir werden es nicht schaffen.“ Er kennt das aus der Vorsaison und erinnert genau daran: „Da haben wir jedes Testspiel verloren und dann einen Fehlstart hingelegt.“

„Das bricht uns nicht das Genick“

0:7 Tore wie aktuell hatten die Hanseaten da nach drei Spieltagen, aber immerhin einen Punkt auf dem Konto, ehe die Kurskorrektur, begünstigt durch einen personellen Nachschlag gelang. Das Aufrüsten hat dieses Mal unmittelbar vor dem Tiefschlag stattgefunden, die zuvor herrschende Einheit aber ist noch nicht wieder gebildet. Remberg versichert: „Wir werden uns einspielen, und dann sind wir wieder da. Das bricht uns nicht das Genick.“ Den ersten Beweis gilt es am Sonntag beim Champions-League-Teilnehmer anzutreten.

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