In dieser Woche steigen die ersten der Hoffenheimer WM-Fahrer wieder ins Training ein. In der kommenden Woche auch die restlichen – mit einer Ausnahme: Topstar Andrej Kramaric kehrt nach seiner OP als Letzter zurück.
Rückschläge für Machida und Vogt
Gerade erst hat der kicker Andrej Kramaric in der Rangliste des deutschen Fußballs zum zweitbesten Spieler des ersten Halbjahres im offensiven Mittelfeld gekürt. Die Probleme im Adduktorenbereich, die Hoffenheims Topstar und erneut besten Torjäger offenkundig schon länger begleiten, können also so dramatisch oder zumindest nicht wesentlich einschränkend gewesen sein, immerhin konnte sich der Kroate mit elf Treffern und drei Vorlagen in die Internationale Klasse hieven und auch die WM für sein Land absolvieren. Doch danach war ein Eingriff wohl unvermeidlich.
„Der war dringend nötig, schon im Frühjahr gab es diese Thematik, die er dann mit sich mitgeschleppt hat“, verriet nun Trainer Christian Ilzer, „er hat die Operation auch in den Urlaub rein verschoben, und erholt sich jetzt davon.“ Und zwar in der Heimat statt im Kraichgau. „Er braucht das jetzt nach der WM, es ist auch wichtig, dass er den Kopf erholt, das geht besser bei seiner Familie in Kroatien“, erläutert Ilzer die Maßnahme, „und die Zeit geben wir ihm.“
Ilzer: „Diese Operation war dringend nötig“
Ohnehin ist der 35-Jährige noch weit entfernt von jedweder fußballerischen Belastung. „Jetzt ist er noch in der unmittelbaren OP-Erholung, aber natürlich schon in der Reha, er beginnt halt mit leichter Mobilisation, auch Wassergymnastik und so weiter“, erklärt Ilzer, „es geht jetzt erst einmal darum, schmerzfrei zu werden und die Schwellungen herauszubringen und ihn dann Schritt für Schritt wieder an seinen Top-Level heranzubringen. Erst nach dem Trainingslager wird er zu uns zurückkommen.“
Das bedeutet, erst Mitte August wird Kramaric wieder ganz behutsam auftrainieren, dann liegt die wochenlange Vorbereitung der Kollegen erst noch vor ihm. Demnach wird die TSG ohne ihren Kreativkopf in die Saison starten müssen, die ja bereits am 22. August mit dem Pokalspiel in Aue beginnt, ehe eine Woche später die Liga mit dem Spiel in Köln startet. Womöglich wird der Routinier sogar erst wieder nach dem ersten, diesmal längeren Länderspielblock vollends auf der Höhe sein können. Das bedeutet im Umkehrschluss erhöhte Einsatz- und Bewährungschancen für andere. Allen voran etwa Bambasé Conté, der nach seiner Rückkehr aus Elversberg nun auf der Zehn durchstarten soll.
Vogt umgeknickt – Schambeinentzündung bei Machida
Neben Kramaric müssen aber auch andere TSG-Profis erste Rückschläge in der noch jungen Saison verkraften. So hat sich der aus St. Gallen geholte Stürmer Alessandro Vogt im Testspiel in Massenbachhausen (21:0) eine Bänderverletzung im rechten Sprunggelenk zugezogen und konnte den Test am Samstag gegen Fürth (4:1) nur bandagiert und auf Krücken verfolgen. „Das wird auch schmerzabhängig etwas dauern“, erläuterte Ilzer.
Auch Koki Machida, der nach seinem überstandenen Kreuzbandriss wieder durchzustarten gedenkt, muss derzeit kürzertreten. „Es hat sich in dieser Reha-Phase eine Schambeinentzündung entwickelt. Und jeder, der diese Thematik kennt, weiß, dass es immer ein Auf und Ab ist“, so Ilzer, „deshalb ist es ein bisschen schwierig, da genaue Prognosen zu geben.“

