Werder Bremen muss im Bundesliga-Existenzkampf auf seinen Kapitän verzichten. Wie das DFB-Sportgericht mitteilte, wurde Marco Friedl nach seinem Platzverweis in Köln für ein Spiel gesperrt – allerdings ein besonderes.
DFB-Strafe offiziell
Das 1:3 beim 1. FC Köln am vergangenen Sonntag war für Werder Bremen aus zweierlei Gründen ein Nackenschlag. Nicht nur dass die Mannschaft von Cheftrainer Daniel Thioune wieder auf den 15. Tabellenplatz zurückfiel, sie verlor auch noch ihren Kapitän. Bereits in der 24. Minute stellte der hervorragende Schiedsrichter Tobias Reichel (kicker-Note 1,5) den Bremer Innenverteidiger Marco Friedl vom Platz.
Doch was war beim Stand von 0:1 aus Werder-Sicht eigentlich passiert? Friedl hatte nach Zuspiel auf Leonardo Bittencourt von diesem einen schlampigen Rückpass erhalten – und wurde so in Not gebracht. Der Österreicher sah, wie Kölns Stürmer Ragnar Ache den Ball eroberte und zog mit einem Foul als letzter Mann zur Notbremse. Reichel blieb keine andere Wahl, als Friedl die Rote Karte zu zeigen.
Bittencourt, der sich eine Teilschuld am Platzverweis gab, gestand ein: „Er ist ein wichtiger Spieler, das tut dann auch weh.“ Die erste bittere Erkenntnis, die für Friedl daraus entstand: Das nicht nur von den Fans mit Spannung erwartete Nordderby gegen den Hamburger SV am nächsten Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) vor eigenem Publikum wird er in jedem Fall verpassen. Damit ist klar, dass der einzig richtig fitte Innenverteidiger von Werder auch noch wegbricht.
Mittlerweile gab das DFB-Sportgericht aber zumindest bekannt, dass der Linksfuß nicht darüber hinaus zusehen muss. Friedl wurde lediglich für ein Spiel gesperrt und dürfte bereits bei der schweren Auswärtspartie in Stuttgart am 26. April wieder mitmischen. Auch beim wichtigen Heimspiel gegen den FC Augsburg Anfang Mai ist Friedl somit eine Option für die Startelf Thiounes.
Nach acht Gelben Karten nun Rot
Nach zuvor acht Gelben Karten war es die erste Rote Karte für Friedl in dieser Saison. Auch in den Spielzeiten 2022/23 sowie 2024/25 hatte der 28-Jährige jeweils eine Rote Karte im Werder-Trikot gesehen, in der Vorsaison zusätzlich auch noch eine Gelb-Rote Karte.
Zu ersetzen ist Friedl für Thioune nur schwer: In allen seinen 27 Einsätzen in dieser Spielzeit stand er auch in der Startelf und wurde lediglich zweimal ausgewechselt (kicker-Notenschnitt 3,37).

