Mit Angreifer Terem Moffi schließt der Hamburger SV eine weitere Kaderbaustelle und ist vor dem Pflichtspielstart deutlich weiter als vor genau einem Jahr.
HSV ist deutlich weiter als vor einem Jahr
Die Reise zum SC Verl tritt Terem Moffi noch nicht an. Mit dem neuen Stürmer von OGC Nizza aber ist der Hamburger Kader rund um das erste Pflichtspiel der Saison bis auf eine Planstelle nahezu komplett. Das war vor genau einem Jahr noch anders.
Als der HSV im August 2025 zur ersten Pokalrunde beim Oberligisten FK Pirmasens antrat und sich beinahe blamierte, waren noch etliche Kaderbaustellen nicht geschlossen. Die Verlängerung hatte in der Nachspielzeit mit Verteidiger Guilherme Ramos ein Verkaufskandidat gesichert, ehe am Ende ein 2:1-Sieg stand; die zentrale Achse, bestehend aus Luka Vuskovic, Fabio Vieira und Albert Sambi Lokonga war noch nicht verpflichtet. Ein Jahr später sind nicht nur die Vorbereitungsergebnisse gegen internationale Gegner deutlich besser, sondern ist auch das Aufgebot fast vollständig komplett.
Mit Moffi bekommt Merlin Polzin nach Patson Daka genau jenen Stürmertypen, den er sich seit Vorbereitungsbeginn gewünscht hatte: Körperlich robust und doch mit Tempo. Der 27-jährige Nigerianer war Nizza vor drei Jahren noch rund 22 Millionen Euro wert, hat sich dann einen Kreuzbandriss zugezogen und einen Kursverfall erlebt: In der Vorsaison war er Opfer bei Übergriffen durch OGC-Ultras, fühlte sich danach nicht mehr in der Lage für den Klub zu spielen, wechselte im Winter auf Leihbasis zum FC Porto, enttäuschte dort aber.
Der HSV bekommt den wuchtigen Angreifer nun für zwei Millionen Euro und setzt darauf, dass auch er, wie im Vorjahr Sambi Lokonga und Fabio Vieira und wie möglichst in dieser Spielzeit auch Sebastiaan Bornauw und Daka in der Hansestadt wieder aus dem Karriere-Tief findet.
Geht der Plan auf, ist Hamburgs Offensive mit den beiden Neulingen sowie einem bislang fitten Yussuf Poulsen und dem formstarken Youngster Otto Stange qualitativ und quantitativ ordentlich besetzt. Gleiches gilt nach der Bornauw-Leihe für die Dreierkette. Das Mittelfeldzentrum ist, auch ohne Wunschspieler Fabio Vieira, bereits das Prunkstück.
Der Traum, den im Vorjahr ausgeliehenen Portugiesen, auf den letzten Metern der Transferphase verpflichten zu können, lebt weiterhin – er wäre jedoch so etwas wie ein Bonus-Transfer. Einer, der in einem gut besetzten Mittelfeld, anders als vor einem Jahr, nicht überlebensnotwendig ist, dem Kader aber Extraklasse verleihen würde.
Die rechte Schienenposition ist die letzte offene Kaderbaustelle
Zwingend hingegen ist die Verpflichtung eines rechten Schienenspielers. In Verl wird, wie in der gesamten Vorbereitung, Bakery Jatta auf dieser Position spielen. Der Grund: Es gibt bislang keinen Backup für den im Vorjahr erfolgreich umgeschulten Gambier. Es ist die einzige noch offene Kaderbaustelle für Sportdirektor Claus Costa.

