Nach über einem Jahr Zwangspause wegen eines Kreuzbandrisses feierte Hoffenheims Innenverteidiger Koki Machida gegen Stuttgart sein Comeback in der Bundesliga. Der Japaner scheint bereit für mehr.
Neue Optionen und Konkurrenz für Hajdari
Die Euphorie nach den ersten erfolgreichen Gehversuchen in diesem Frühjahr hatte Koki Machida sogar noch kurzzeitig von der WM-Teilnahme träumen lassen. Doch nach einem mahnenden und klärenden Gespräch mit den TSG-Bossen hatte der Japaner seine Hoffnungen begraben und sich auf die behutsame Rückkehr in den Spielbetrieb konzentriert.
Am Samstag war es endlich so weit: Rund 13 Monate nach seinem gleich am 1. Spieltag 2025/26 in Leverkusen erlittenen Kreuzbandriss betrat Hoffenheims Innenverteidiger wieder die Bundesliga-Bühne. In der durchaus anspruchsvollen Schlussphase gegen den VfB Stuttgart (2:1) hatte ihn Trainer Christian Ilzer eingewechselt, und sofort konnte der 29-Jährige mit seiner Klasse und Routine beruhigend aufs Geschehen einwirken. „Als Koki reinkam, hat man in diesen Minuten gesehen, dass er eine brutale Ruhe reingebracht hat, weil er in seinen Aktionen extrem klar ist. Und er schafft es, seine Nebenleute auch mitzunehmen“, befand etwa Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker, „ich freue mich wirklich, denn es war natürlich sehr bitter für ihn letzte Saison. Er wird uns noch in vielen Spielen helfen.“
Ilzer: „Das spricht einfach für seine Qualität und seinen Charakter.“
Womöglich bietet auch die Europa League die Möglichkeit, Machida den nächsten Schritt gehen und in die Startelf zurückkehren zu lassen. „Man hat gesehen, wie gut Koki dem Spiel getan hat mit seiner Ruhe und seiner Klasse“, hatte am Samstag auch Ilzer ein Sonderlob verteilt, „gegen Stuttgart eingewechselt zu werden zu einem Zeitpunkt, wo das Spiel auf Messers Schneide stand, das spricht einfach für seine Qualität und für seinen Charakter.“ Zudem betont der Österreicher: „Er war ein Jahr raus und hat sich zurückgekämpft. Und er war sich nicht zu eitel, in der U 23 zu spielen, um sich Matchpraxis zu holen.“ Nicht unbedingt selbstverständlich für einen bewährten Nationalspieler mit immerhin schon 17 A-Länderspielen. Bei der 0:1-Niederlage in Großaspach hatte Machida eine Halbzeit in der 3. Liga gespielt.
„Er hat alles dafür gegeben, um auf einem super Level zurückzukommen“, so Ilzer. Mal sehen, ob er den Japaner schon am Donnerstag bei OFI Kreta anfangen lässt, das ließ der 48-Jährige ebenso offen wie die zahlreichen anderen Rotationsoptionen wie etwa Andrej Kramaric, Max Moerstadt, Patrick Wimmer, Fisnik Asllani oder Nathan De Cat. Der Österreicher hatte sogar auf das Abschlusstraining vor Ort verzichtet und stattdessen im heimischen Trainingszentrum „ohne Beobachtung des Gegners an taktischen Details gefeilt“.
Jedenfalls ergibt sich nun eine weitere Option in der Abwehrkette und eine zusätzliche Konkurrenzsituation für den bislang gesetzten Albian Hajdari. Der war nach Machidas Ausfall nachverpflichtet worden, hatte sich in der Vorsaison in den Vordergrund gespielt und sich als Führungskraft bis in den Mannschaftsrat hochgearbeitet. Allerdings ließ sich der 23-Jährige auch zu Beginn dieser Saison hin und wieder im Übereifer zu unüberlegten Handlungen hinreißen. So holte er sich gegen Dortmund erst eine komplett unnötige Verwarnung ab, später war ihm auch noch ein durchaus verhinderbares Eigentor zum entscheidenden 2:3 unterlaufen. Gut möglich, dass auf der Position des linken Innenverteidigers künftig häufiger wieder Machida beginnen wird, zumal Hajdari – wie dann auch gegen Stuttgart – auch außen verteidigen kann.

