Er war dem 1. FC Köln fünf Millionen Euro wert. Der Georgier will seine internationale Erfahrung nutzen und die die jungen Spieler im Team führen.
Kölns neuer Verteidiger
Schon die bloße Erscheinung nötigt dem Gegenüber Respekt ab. Breitschultrig, kantig und über 1,90 Meter groß – es gibt für einen Stürmer sicherlich schönere Vorstellungen, als gegen diesen Hünen namens Luka Lochoshvili spielen zu müssen.
Die aktuelle kicker-Rangliste der 2. Liga führt den georgischen Nationalspieler, der zuletzt für den 1. FC Nürnberg spielte, auf Rang 1 in der Innenverteidigung, als herausragenden Spieler auf dieser Position also. Grund genug für den 1. FC Köln, die Fühler nach dem Linksfuß auszustrecken, der schließlich nach intensiven Gesprächen den Geißböcken das Ja-Wort gab und für rund fünf Millionen Euro von der Pegnitz an den Rhein wechselte.
In den Trainingseinheiten fällt der Neuzugang auf und erfüllt mit Leben, was von ihm verlangt wird: „Ich soll Führung übernehmen bei diesem großen Klub. Ich habe ein positives Gefühl, bin glücklich, hier zu sein.“ Mentalität soll er dem Team geben, „auf dem Platz und daneben, natürlich auch Körperlichkeit. Und ich hoffe, ich kann dem Team helfen.“ Nicht mit „sinnloser, wilder Aggressivität“, viel lieber will er seine Erfahrung einbringen, die er unter anderem in 32 Länderspielen für Georgien sammelte und diese an die jungen Kollegen weitergeben.
Das Motto lautet: „Aus vier mach zwei“
Lange Gespräche führte „Locho“ mit Geschäftsführer Thomas Kessler und Trainer René Wagner. „Sie machten klar, was sie von mir erwarten, und das deckt sich mit dem, was ich geben kann und will. Ich bin sicher, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe.“
Dass er sich einem harten Konkurrenzkampf stellen muss, ist dem Neuzugang bewusst. Mit Joel Schmied, Jamaih Simpson-Pusey und Rav van den Berg lauern drei Kollegen auf einen Stammplatz, aus vier mach zwei lautet also die Formel in der Innenverteidigung.
Seine Qualitäten deutete Lochoshvili schon am vergangenen Donnerstag an, als er im Testspiel gegen den Regionalligisten Bergisch Gladbach kurz nach seiner Einwechslung per wuchtigem Kopfball traf. Ein schönes Tor und eine Andeutung, wozu er neben reiner Defensivarbeit ebenfalls in der Lage ist.

