Vor dem Heimspiel gegen Union Berlin äußerte sich Bayern-Trainer Vincent Kompany zur DFB-Nominierung von Jürgen Klopp. Mit einer klaren Aussage.
Bayern-Trainer wird deutlich
Timing ist eine tolle Sache, ganz besonders und ganz besonders oft im Profi-Fußball. Am liebsten hätte Vincent Kompany seine Spieltags-Pressekonferenz am Donnerstagmorgen wahrscheinlich damit zugebracht, einzig und allein über die anstehende Bundesliga-Partie gegen Union Berlin zu sprechen (Freitag, 20.30 Uhr, LIVE! bei kicker).
Nun ist es aber einerseits so, dass das beim FC Bayern ohnehin nie hinhauen wird und sich immer auch andere Themen ergeben. Andererseits – und das war dann noch einmal etwas wichtiger – saß rund 300 Kilometer entfernt in der Frankfurter DFB-Zentrale der neue Bundestrainer Jürgen Klopp und stellte seinen ersten Kader für die anstehenden Nations-League-Spiele vor. Und natürlich tauchten auf dieser Liste auch etliche Bayern-Spieler auf, gleich neun an der Zahl.
„Vernünftige, stabile Entscheidung. Hätte ich genauso gemacht.“ (Kompany über Klopps Urbig-Nominierung)
Der Nationalmannschafts-Kapitän Joshua Kimmich zum Beispiel, Youngster Tom Bischof oder der junge Torhüter Jonas Urbig, über den in Fußball-Deutschland zumindest in der Hinsicht noch hier und da gestritten wird. Soll ein Ersatztorwart wirklich bei der Nationalmannschaft dabei sein? Oder ist das Bild nicht sowieso etwas schief, weil Urbig ja von fünf Pflichtspielen in der bisherigen Saison immerhin zwei absolviert hat?
„Also“, holte Kompany auf Nachfrage aus, „man muss natürlich auch ein bisschen planen für die Zukunft, auch bei der Nationalmannschaft. Und wenn einer glaubt, dass er nicht die Nummer 1 von Deutschland wird irgendwann, dann … dann glaube ich, dass es … dass er einen großen Fehler macht. Der Junge wird irgendwann die Nummer 1 sein.“
Urbig bestritt in der Vorsaison 20 Pflichtspiele für Bayern
Fürs Erste ist Urbig einer von fünf Torhütern im 44er-Aufgebot, und fürs Erste ist Marc ter Stegen die Nummer 1. „Wann natürlich Jürgen Klopp entscheidet, wann das ist“, also wann Urbig so weit sein könnte, „ob das jetzt in ein oder fünf Jahren ist, habe ich keine Ahnung“, sagte Kompany. „Aber die Situation ist auch manchmal ein bisschen anders, gerade wenn man Nummer 2 ist für einen der besten Torhüter aller Zeiten.“ Also für Manuel Neuer, den Urbig in der Vorsaison immerhin 20-mal vertrat und dabei meistens einen sehr guten Eindruck hinterließ. „Da muss man auch ein klein bisschen den Kontext dabei nehmen. Und deswegen: vernünftige, stabile Entscheidung. Hätte ich genauso gemacht.“
Spannend wird für den Bayern-Trainer, dass die zweigeteilte DFB-Truppe eben auch unterschiedlich pausieren darf. Und dann auch unterschiedliche Zeiten für den Oktoberfest-Besuch anpeilen muss. „Dann können sie die Zeit nutzen, um mal ein bisschen runterzukommen“, glaubt Kompany. „Jeder bekommt ein Programm, auf jeden Fall. Jeder wird auch die Zeit bekommen, ein bisschen runterzukommen, auch mental. Ich werde das nutzen, um den Jungs ein bisschen Pause zu geben.“

