Der erst 18 Jahre junge Bara Sapoko Ndiaye steht in Mainz zum dritten Mal in der Bundesliga auf dem Rasen – zum ersten Mal in der Startelf des FC Bayern. Beim FSV könnten noch weitere FCB-Teenager Einsatzzeiten bekommen.
Drei Teenager auf der Bank
Halbfinale im DFB-Pokal am vergangenen Mittwoch, Halbfinale in der Champions League am kommenden Dienstag. Dazwischen: Bundesliga-Alltag in Mainz, obwohl die 35. Deutsche Meisterschaft der Vereinsgeschichte längst eingetütet ist. Entsprechend könnte man vermuten, dass das Auswärtsspiel beim FSV für den FC Bayern an diesem Samstag nicht die oberste Priorität genießt. Davon aber will Vincent Kompany nichts wissen.
Der FCB habe keine „Hierarchie der Spiele“ erstellt, betonte der Cheftrainer im Interview mit Sky. Es gibt also kein bayerisches Ranking nach der Bedeutung der kommenden Aufgaben, in dem das Mainz-Spiel wohl relativ weit unten gelandet wäre. Stattdessen herrscht ein bayerisches Selbstverständnis vor: „Wir wollen alles gewinnen.“
Und dennoch, so Kompany, müsse man eben „manche Entscheidungen treffen, die logisch sind“. Im Falle des Mainz-Spiels macht sich das durch ganze acht Wechsel in der Startelf des FC Bayern bemerkbar, Joshua Kimmich und Dayot Upamecano sind aus Gründen der Belastungssteuerung gar nicht erst mit nach Mainz gereist.
Kompany will seine Youngster auf der Bundesliga-Bühne testen
Dafür erstmals in der Startelf des FCB: Bara Sapoko Ndiaye. Vor zwei Wochen beim 5:0 auf St. Pauli hatte der 18-Jährige sein Debüt im Dress des Rekordmeisters gefeiert, wurde in der 84. Minute eingewechselt. Gegen Stuttgart (4:2) kam er bereits in der 76. Minute, nun in Mainz darf der Senegalese sogar von Beginn an ran.
- Der „brutale“ Bara und sein außergewöhnlicher Weg zum FC Bayern
Ein Spieler mit „viel Geschwindigkeit“, ein „guter Fußballer“, beschrieb Kompany seinen Schützling mit dem außergewöhnlichen Weg in die Bundesliga, der laut seinem Trainer lieber Sapoko statt Ndiaye als Ansprache bevorzugt. Sapoko, bis zum Sommer von den Gambinos Stars Africa ausgeliehen, ist aber eben auch ein „junger Bursche“.
Kompany war es gleichzeitig wichtig klarzustellen: „So ein Spiel heute ist kein Geschenk für junge Spieler. Das ist ein ekliges Auswärtsspiel, man muss eine gewisse Erwachsenheit haben, um in so einem Spiel zu bestehen.“ Entsprechend sei die Partie ein „großer Test“, sowohl für Sapoko als auch die weiteren jungen FCB-Talente im Kader. Auf der Bank sitzen zum Beispiel auch der 19-jährige Deniz Ofli, der 18-jährige Raphael Pavlic oder der 16-jährige Bastian Assomo.
„Der richtige Moment“, aber kein Druck
Solche Tests müsse ein junger Spieler aber eben auch „irgendwann erleben“, meinte Kompany. „Deswegen ist es der richtige Moment, sie mitzunehmen. Aber sie müssen sich alles verdienen, es gibt keine Geschenke. Heute hat sich Sapoko den Einsatz verdient.“
Der große Druck solle nicht auf seinen Schultern lasten, meinte Kompany, „wir haben genügend erfahrene Spieler auf dem Feld“. Die konnten einen 0:3-Rückstand nach dem ersten Durchgang allerdings auch nicht verhindern.

