Für Hoffenheims Ozan Kabak steht am Samstag gegen Stuttgart ein doppelt brisantes Spiel auf dem Programm. Gegen seinen Ex-Klub und alte Bekannte geht es um seinen dritten Start in der Champions League.
„Beim VfB haben sie mir sehr geholfen“
Das allergrößte Saisonziel hat Ozan Kabak schon erreicht. Mit der Nationalmannschaft der Türkei schaffte der Verteidiger im März die Qualifikation zur Weltmeisterschaft, es wird die erste WM-Teilnahme für die Türken seit 2002, als mit dem dritten Platz der bislang größte internationale Erfolg des Landes gefeiert wurde. Damals war Kabak gerade mal zwei Jahre alt. Kein Wunder, dass der 26-Jährige diesem ganz besonderen Event entgegenfiebert. Doch zuvor hat er noch etwas anderes vor.
Kabak: „Wir können das schaffen“
„Zuerst will ich mit Hoffenheim alles versuchen, um die Champions League zu erreichen, das ist mein nächstes Ziel“, versichert der Verteidiger, der nach fast eineinhalbjähriger Zwangspause wegen eines Kreuzbandrisses nun wieder seine volle Leistungsfähigkeit erreicht und seinen Vertrag bei der TSG kürzlich erst verlängert hat. Am Samstag steigt dazu das wohl vorentscheidende Duell um Rang vier gegen die punktgleichen Stuttgarter, Kabaks Ex-Verein.
Gegen Ex-Mitspieler Gentner und Nationalelfkollege Karazor
Das macht die Begegnung für Kabak doppelt brisant und spannend. „Das wird schon besonders. Ich habe komischerweise noch nicht oft gegen den VfB gespielt, entweder ich war verletzt oder gerade gesperrt“, erinnert sich der Abwehrrecke, der im Januar 2019 von Galatasaray Istanbul für elf Millionen Euro zu den Stuttgartern gewechselt war. Doch nach dem Abstieg in die 2. Liga war das hochbegabte Talent nur ein halbes Jahr später für 15 Millionen Euro zum FC Schalke 04 weiterverkauft worden.
Dennoch hat ihn die Zeit in Stuttgart, seiner ersten Auslandsstation, geprägt. „Ich war damals beim VfB erst 18, sehr jung also, und konnte kein Wort Deutsch“, erinnert sich Kabak, „sie haben mir sehr geholfen. Ich treffe immer noch auf viele bekannte Gesichter, beispielsweise Sportdirektor Christian Gentner, mit dem ich noch zusammengespielt habe, oder mein Nationalelfkollege Atakan Karazor. Und viele Personen aus dem Staff sind noch da.“
Bereits mit Galatasaray und Liverpool in der Königsklasse
Doch am Samstag zählt nur der Sieg für Kabak und die TSG auf dem Weg, die ohnehin starke Saison noch zu krönen. Die Hoffenheimer sieht Kabak jedenfalls gut gerüstet. „Wir haben bis auf wenige Ausnahmen nahezu die gesamte Saison Topleistungen gebracht. Wir hatten auch längere Erfolgsserien, also warum sollten wir nicht auch diese letzten drei Spiele gewinnen?“, fragt Kabak und ist sich sicher: „Wir können das schaffen. Ich bin optimistisch und freue mich darauf.“
Es wäre übrigens bereits der dritte Start in der Champions League für den Innenverteidiger. Bereits für Galatasaray spielte der junge Kabak in der Königsklasse unter anderem gegen seinen späteren Klub Schalke 04 (0:0 und 0:2). Später auf seiner Leihstation in Liverpool bekam es Kabak etwa mit RB Leipzig zu tun. Kabak bestritt beide Partien im Achtelfinale über die volle Distanz. Liverpool gewann beide Spiele mit 2:0. Auch gegen Real Madrid im Viertelfinale kam er in beiden Partien zum Einsatz, nach einer 1:3-Niederlage im Hinspiel schied Liverpool nach einem 0:0 im Rückspiel aus. Nun also winkt mit dem dritten Klub die dritte Teilnahme.

