Gegen Leipzig und die Woche darauf in Stuttgart steht Bayer unter Zugzwang. Für Platz 4 wird die Werkself wohl beide Topspiele gewinnen müssen. Dabei droht im zweiten der beiden Endspiele ein Engpass in der Abwehr.
Leverkusen droht Verteidiger-Engpass
Die Ausgangsposition ist klar: Als Tabellensechster muss Bayer 04 an den letzten drei Spieltagen zwei Punkte auf die TSG Hoffenheim und den VfB Stuttgart aufholen. Das würde aufgrund der dann (wahrscheinlich) besseren Tordifferenz ausreichen, um noch auf Platz 4 zu klettern und sich damit ein Ticket für die Champions League zu sichern. Und damit das gelingt, müssen Siege her.
Das schnelle Duo Diomande/Nusa zu stoppen, wird ein Knackpunkt sein
Der erste schon am Samstag im Topspiel gegen RB Leipzig. Die Sachsen können mit einem Dreier in Leverkusen bereits ihre Qualifikation für die Königsklasse fix machen, während Bayer sich keinen Ausrutscher erlauben darf. Leipziger Matchball oder Leverkusens nächster entscheidender Schritt Richtung Champions League? In jedem Fall steht für beide Klubs ein echtes Endspiel an, das mit der entsprechenden Galligkeit geführt werden dürfte.
Auf Bayers Defensive dürfte dabei Schwerstarbeit zukommen, stellt RB doch mit Linksaußen Antonio Nusa (21) und vor allem Topstar Yan Diomande (19) eine eminent schnelle wie gefährliche Flügelzange. Für Nusa stehen nach 28 Bundesliga-Einsätzen in dieser Saison vier Treffer und fünf Assists zu Buche, Diomande kommt nach 30 Einsätzen im Oberhaus gar auf zwölf Treffer und acht Torvorlagen. Dieses Duo zu stoppen, wird eine der Hauptaufgaben für die Mannschaft von Kasper Hjulmand darstellen.
Quansah und Andrich droht eine Gelbsperre fürs VfB-Spiel
Eine anspruchsvolle Aufgabe für Bayers Abwehrkette, die vor allem mit dem Topspeed und der Dribbelstärke von Nusa und Diomande zurechtkommen muss. Eine Mission, die höchste Konzentration erfordert und sicherlich in der einen oder anderen Situation auch ein gewisses Risiko in der Zweikampfführung, um die beiden Außenspieler im Leipziger 4-3-3 in kniffeligen Szenen ausbremsen zu können.
Doch für gleich zwei Bayer-Verteidiger wird diese Risikoabwägung zu einer Gratwanderung werden. Denn sowohl der rechte Innenverteidiger Jarell Quansah als auch Robert Andrich als zentrales Glied der Dreierabwehrkette gehen vorbelastet in dieser Partie: Andrich steht bei vier, der englische Nationalspieler bei neun Gelben Karten. Bei der jeweils nächsten wären Quansah und Andrich in der kommenden Wochen beim Showdown mit dem VfB Stuttgart in der Schwaben-Metropole gesperrt.
Angesichts der Stärke und Geschwindigkeit der beiden RB-Flügel wird es auch auf die beiden Leverkusener Schienenspieler ankommen, die bei Leipziger Ballbesitz die Dreier- zu einer Fünferkette ergänzen werden. Links wird dies der gesetzte Alejandro Grimaldo sein. Rechts könnte dem Brasilianer Arthur nach seinem Comeback als Joker beim 2:1-Sieg in Köln das Startelf-Mandat winken, das vergangene Woche in Köln noch Talent Montrell Culbreath (18) erhielt, nachdem sich am Mittwoch zuvor Lucas Vazquez im Pokal-Halbfinale gegen Bayern München (0:2) an der Wade verletzt hatte und auch gegen Leipzig ausfällt.
Egal, in welcher Besetzung: Bayer wird sehr aufmerksam verteidigen und nach Ballverlust schnell in eine kompakte Verteidigungsformation rücken müssen, um Diomande und Nusa nicht zu viel Spielraum zu gewähren. Damit Leipzigs Highspeed-Duo nicht zu oft ins Tempo – und weder Andrich noch Quansah in die Verlegenheit kommt, einen der beiden auf Kosten einer Gelben Karte stoppen zu müssen.
Im Notfall werden Quansah und Andrich gegen Leipzig nicht zurückziehen können
Erwartet Bayer in der Woche darauf in Stuttgart doch einen Gegner, der mit ähnlich flinken Akteuren besetzt ist. Und gegen die ein Ausfall Andrichs und vor allem der des schnellen Quansah schwer zu verkraften wäre. Denn eins ist klar: Im Notfall werden Andrich und Quansah gegen Leipzig nicht zurückziehen können, weil bei einer Niederlage gegen RB die Chancen auf Platz 4 wieder enorm sinken würden.

