Zum Inhalt springen Zur Seitenleiste springen Zur Fußzeile springen

„Ich bin nicht mehr der introvertierte Eren Dinkci, der ich mal war“

Vor drei Jahren verließ er Werder: Eren Dinkci spricht über prägende Zeiten und erklärt, wie die „schwere Situation“ um seine erkrankte Frau die Rückkehr nach Bremen beeinflusst hat.

Werder-Lust und private Last

„Es fühlt sich immer noch an wie eine Länderspielpause“, sagt Eren Dinkci, auch 31 Tage nach seiner offiziell vermeldeten Rückkehr zum SV Werder Bremen. Die spielfreien Wochenenden verbrachte der gebürtige Bremer auch nach seinem Abgang vor drei Jahren eigentlich „immer hier“ – jetzt ist er wieder fest zurück in seiner Heimat.

Mindestens für ein Jahr erst mal, so lange ist der 24-Jährige vom SC Freiburg ausgeliehen. Oder sogar länger? „Ich hätte nichts dagegen, zu bleiben. Warum auch? Ich bin zu Hause, ich fühle mich hier einfach am wohlsten“, so Dinkci: „Aber klar weiß ich auch, dass ich noch einen Vertrag in Freiburg habe – und dass es nicht so einfach wird, mich da rauszubekommen.“ Zukunftsmusik, vorerst.

Wichtiger bei der Leihe zurück nach Bremen war das Hier und Jetzt – auch angesichts Dinkcis privater Situation und der Leukämie-Erkrankung seiner Frau: „Es war ein Wunsch von uns beiden. Viele verstehen es so, dass ich diesen Wechsel nur für sie gemacht habe – so ist es jetzt nicht“, betonte der Profi.

Dinkci: „Das darf mir keiner übelnehmen“

„Aber klar war es auch ein Wunsch von ihr, bei ihrer Familie und ihren Freunden zu sein. Die Last, die wir zusammen getragen haben, können wir jetzt auf mehrere Personen verteilen – das war unser Ziel und das funktioniert gut“, so Dinkci weiter. Die Behandlung könne nun in Bremen fortgesetzt werden: „Das Wichtigste war, dass es ein Krankenhaus gibt, das die Studientherapie meiner Frau weiterführen kann.“

Trotz dieser „schweren Situation“ für Dinkci – „daraus muss ich kein Geheimnis machen“ – vereinfache die Aufgabenverteilung im privaten Umfeld, dass er den Fokus auch wieder mehr auf den Fußball richten kann.

Immer klappt das wiederum nicht: „Klar ist der Fokus ab und zu mal weg, das darf mir auch keiner übelnehmen“, so der Türke: „Aber wenn der Ball rollt, vergesse ich alles.“ Manchmal wiederum, in Trainingspausen, „fließen auch viele Gedanken durch den Kopf“.

„Da kommst du dann aus der Komfortzone raus“

Das Gefühl, in Bremen jedenfalls noch nicht fertig zu sein, war indes „sehr groß“, bei Dinkci: „Wenn es zu einem Wechsel kommt“, das stand für ihn fest, „wollte ich von Anfang an zu Werder. Und es war dann schon ein harter Kampf.“ Andere Vereine klopften an, doch der Profi blockte ab, wartete, bis die Bremer grünes Licht gaben: „Die Geduld hat sich gelohnt.“

Zurückgekehrt ist Dinkci nach drei Jahren als Leihspieler in Heidenheim und in Freiburg nun einerseits fußballerisch gewachsen: „Früher war alles etwas einfach gestrickt bei mir, aber mittlerweile würde ich sagen, dass ich ein gutes Fußballverständnis habe – ich bin durch Frank Schmidts Schule gegangen.“

Und andererseits sei er menschlich gereift: „Ich habe ein Jahr lang allein gewohnt in Heidenheim – da kommst du dann aus der Komfortzone raus und lernst dich selber kennen“, erläuterte er: „Ich bin nicht mehr der extrem introvertierte Eren Dinkci, der ich mal war.“

Werder-Botschafter mit Füllkrug

Stattdessen soll er bei Werder nun ja auch durchaus emotional wirken – gemeinsam mit Rückkehrer Nummer zwei, Niclas Füllkrug: „Ich glaube, wir beide bringen da schon so ein bisschen Identifikation zurück.“ Zweifel an seiner Werder-Lust bestehen wie auch bei Füllkrug jedenfalls keine, das unterstrich folgende Aussage Dinkcis noch einmal: „Für dieses Wappen gebe ich auf jeden Fall mehr als 100 Prozent.“

Hinterlasse einen Kommentar

0.0/5