Nach der frühen Auswechslung im Test gegen den FC Kopenhagen hatte Yussuf Poulsen am Sonntag umgehend Entwarnung gegeben. Zumindest beim Start in die neue Trainingswoche aber arbeitete der Sturm-Routinier noch individuell.
Wird Fabio Vieira umfunktioniert?
Den trainingsfreien Montag verbrachte Yussuf Poulsen in den Katakomben des Volksparkstadions, um die seit dem Vortag schmerzende Wade behandeln zu lassen. Als der HSV dann tags darauf in die neue Arbeitswoche startete, arbeitete der Däne nur individuell. Trainer Merlin Polzin plant dennoch am Samstag in Hoffenheim mit seinem letzten verbliebenen Mittelstürmer im Kader. Er hat jedoch auch bereits einen Not-Plan gegen die Sturm-Sorgen: Fabio Vieira.
Poulsen schwärmt: „Fabio kannst du überall hinstellen“
Patson Daka fällt ebenso wie der Offensivallrounder Albert Grönbaek mit Muskelfaserriss aus; Terem Moffi absolviert zwar wieder Teile des Mannschaftstrainings, weil der bullige Angreifer wegen Flüssigkeit im Knie während der Länderspielpause jedoch aussetzen musste, konnte er seinen bestehenden körperlichen Rückstand nicht nur nicht aufarbeiten, dieser ist sogar angewachsen – das macht den Nigerianer für das Wochenende nicht zu einer reellen Alternative und verschärft des Trainers Sturm-Not.
Diese war bereits am Sonntag im Test gegen Kopenhagen (2:0) deutlich geworden. Youngster Otto Stange war erst in der Nacht vor der Partie von seinem Länderspieleinsatz für Deutschlands U 20 zurückgekehrt, sollte allenfalls einen Kurzeinsatz bekommen und kam dann nach Poulsens Aus nach bereits 20 Minuten. Dann ersetzte der 19-Jährige jedoch nicht den Mittelstürmer, sondern rückte auf die offensive Halbposition, während Fabio Vieira als spielender zentraler Stürmer agierte. Auch ein Modell für Hoffenheim?
„Fabio“, schwärmt ausgerechnet Poulsen vom portugiesischen Spielmacher, „kannst du überall hinstellen, auch in den Sturm.“ Erster Kandidat aber bleibt der Ex-Leipziger selbst nach seinem gegen seine dänischen Landsleute erlittenen Schlag auf die Wade. „Es geht auf jeden Fall voran“, sagt Polzin, „wir sind zuversichtlich und optimistisch, dass es für das Spiel reicht.“ Wenn Poulsens Punktlandung gelingt, bleibt dennoch die Zeiteinteilung offen. Wegen seiner Verletzungshistorie hat der 32-Jährige seit Vorbereitungsbeginn nie länger als eine Halbzeit gespielt, das Spiel gegen Köln (2:1) vor der Länderspielpause prägte und entschied er in der Rolle des Jokers.
Käme Poulsen auch in Hoffenheim von der Bank, könnte das Gedankenspiel mit Fabio Vieira als „falsche Neun“ konkret werden. Denn: Stange hat seine Stärken nicht mit dem Rücken zum Tor, kommt seit dem Sommer vermehrt aus der Halbposition – und in dieser ist auch Grönbaek zu ersetzen. Erster Anwärter dafür ist Martin Adeline, Stange könnte dann den Platz vom Not-Mittelstürmer Fabio Vieira einnehmen. „Macht euch keine Sorgen“, lautete die Botschaft von Poulsen. Geht es nach ihm, lindert er die Sturm-Not.

