Er ist mit seiner Erfahrung wichtig auf dem Platz und für die Mannschaft von Trainer Ralf Kettemann. Nach mehrwöchiger Verletzungspause hofft der Angreifer nun auf seinen ersten Saisoneinsatz – gegen einen Gegner, auf den er im Dress seines langjährigen Klubs noch nie traf.
Paderborns Routinier wieder bereit
Vereine der beiden oberen Ligen, gegen die Sven Michel im Paderborner Dress noch nie in seiner Laufbahn gespielt hat, lassen sich nur schwer finden. Ein solcher Gegner, gegen den es nun in den nächsten 18 Tagen in Meisterschaft und Pokal gleich zweimal geht, ist Stuttgart. Die Schwaben „erlebte“ der Routinier auf dem Platz lediglich zweimal, während der Unterbrechungen seiner 2016 begonnen Zeit beim SCP07 – bei Kurzeinsätzen im März 2022 für Union Berlin (1:1) und im Mai 2024 mit dem FC Augsburg (0:1). Als Paderborn 2018/20 mit Michel 1. Liga spielte, drehte Stuttgart eine Runde in der Zweitklassigkeit.
Die Aussichten, dass auch der VfB in die Paderborner Statistik des mittlerweile 36-Jährigen Einzug hält, stehen gut. Oder: Inzwischen wieder gut. Anfang August hatte Michel sich im Testspiel in der Vorbereitung bei Zweitligist Osnabrück (2:0) bei einem schnellen Antritt unglücklich schwerer an den Adduktoren verletzt. Sein anschließender siebenwöchiger Ausfall tat auch Ralf Kettemann im übertragenen Sinne weh. „Sven war in einer guten Form. Sehr fit, spritzig, schnell. Da haben wir einfach einen guten Spieler verloren“, so der Trainer, der mit Blick auf die Wichtigkeit seines Schützlings für die Mannschaft hinzufügte: „Und auch einen guten Charakter.“
Empfehlung für einen Teileinsatz
Viel hatte sich Michel im Sommer für seine nächste Saison im Oberhaus vorgenommen, unter anderem seine Ernährung umgestellt und über die obligatorischen Trainingsanforderungen hinaus zusätzlich an sich gearbeitet. Am 4. Spieltag gegen Hoffenheim rückte er erstmals wieder in den Kader, blieb aber ohne Einsatz. „Ich bin damit noch vollkommen fein. Aber mein Anspruch ist natürlich zu spielen“, kündigte er nun während der jüngsten Reise seines Teams in die USA, wo er sich einmal einen Karriereabschluss in der MLS vorstellen kann, gegenüber der Neuen Westfälischen an.
„Wir wollen die Länderspielpause nutzen, um ihn komplett noch einmal näher heranzubringen“, hatte Kettemann zuvor angekündigt, Michel dann in Washington im Test gegen DC United neben Marvin Pieringer in die Startelf gebracht. Dort gelang Michel beim 1:0-Erfolg als Aktivposten die Empfehlung zumindest für einen Teileinsatz am Samstag.
Hünemeier und Kachunga im Blick
Keine Frage: Der Mann, den Sportchef Sebastian Lange einmal als „letzte Legende“ adelte, möchte zum Paderborner Verbleib in der Bundesliga beitragen. Das ist das oberste Ziel, persönliche gibt es aber auch: Um intern Rekordspieler Uwe Hünemeier, inzwischen Co-Trainer, mit dessen 48 Erstligaeinsätzen für die Ostwestfalen zu übertrumpfen, müsste er auf 20 Saisoneinsätze kommen. Machbar? Einfacher wird es womöglich in der Tore-Rekordliste des Klubs. Die führt seit 2015 immer noch Elias Kachunga an, mit sechs Treffern. Michel verbuchte bislang deren fünf …

