Die TSG Hoffenheim hat im laufenden Kalenderjahr bereits gut 40 Millionen Euro in sieben neue Spieler investiert. Und die Verpflichtung von Jens Stage aus Bremen steht auch noch aus. Hintergründe und Konsequenzen.
Bereits 40 Millionen in 2026
Auch in diesem Jahr startete die TSG ihre weiträumige Kaderentwicklung bereits im Wintertransferfenster. Diesmal wurden zwei Perspektivspieler verpflichtet, die sich erst akklimatisieren und mittelfristig dann das Profiteam verstärken sollen. Aber auch für den zentralen Mittelfeldspieler Luis Engelns (19) vom damaligen Zweitligisten SC Paderborn legte Hoffenheim immerhin drei Millionen Euro auf den Tisch. 2,6 Millionen auch für Mittelstürmer Yannick Eduardo (20), den RB Leipzig zuletzt an den FC Dordrecht in den Niederlanden verliehen hatte.
Auch nach der Saison haben Sportgeschäftsführer Andreas Schicker und sein Team nun eine bemerkenswerte Investitions-Offensive gestartet und bereits fünf weitere Neuzugänge klargemacht. Relativ früh zeichnete sich dabei der Wechsel von St. Gallens Torjäger Alessandro Vogt zur TSG ab, der per Ausstiegsklausel für 2,7 Millionen Euro aus der Schweiz geholt wurde. Nun aber folgten gleich drei zweistellige Millionentransfers – und einsteht noch aus.
Stürmer Aleksa soll zunächst in der 3. Liga reifen
So hat Hoffenheim für den jungen Sechser Cajetan Lenz von VfL Bochum ebenso zehn Millionen Euro investiert wie für den Österreicher Patrick Wimmer, der aufgrund alter Verbindungen zu Trainer Christian Ilzer vom Absteiger VfL Wolfsburg in den Kraichgau gelockt wurde. Jüngst sicherte sich die TSG auch die Dienste des umworbenen niederländischen U-21-Nationalspielers Mats Rots, der Linksverteidiger kostet eine Basisablöse von zwölf Millionen Euro – plus stattliche Boni. Zudem holten die Kaderplaner für eine Million Euro auch Österreichs Stürmertalent Konstantin Aleksa von Austria Wien, der sich zunächst in der zweiten Mannschaft in der 3. Liga entwickeln soll.
Insgesamt hat Hoffenheim also bis dato bereits 41,3 Millionen Euro für die kommende Saison investiert. Und der Kauf von Bremens Jens Stage steht ja auch noch aus, die Verhandlungen um Werders Dänen laufen, es stehen zwölf bis 14 Millionen Euro im Raum. Diesen Investitionen stehen bislang keine nennenswerten Einnahmen gegenüber.
Touré soll der Königstransfer werden
Die Verträge der Abgänge Grischa Prömel (VfB Stuttgart), Ihlas Bebou und Kevin Akpoguma (beide Ziel unbekannt) waren ausgelaufen. Zudem dürften auch die vorzeitigen Vertragsverlängerungen mit Ozan Kabak, Leon Avdullahu, Albian Hajdari, Tim Lemperle oder Vladimir Coufal, zudem mit Chefcoach Ilzer und Sportdirektor Paul Pajduch die Lohnkosten spürbar erhöht haben.
Das muss alles gegenfinanziert und im Idealfall auch noch ein Transferplus erwirtschaftet werden. Mit einem prominenten Abgang allein ist das nicht zu bewerkstelligen. Deshalb wird der sich längst abzeichnende Verkauf von Bazoumana Touré wohl nur der Königstransfer sein. Der Ivorer, der seinen Marktwert bei der WM unter anderem gegen die deutsche Mannschaft weiter steigern könnte, soll – mindestens – 40 Millionen Euro einspielen.
Auch Asllani und Damar vor dem Verkauf
Weitere 30 Millionen winken, sollte die lange Anbahnung zwischen Borussia Dortmund und Fisnik Asllani irgendwann in einen Transfer münden. Falls nicht, stehen auch andere Interessen auf der Matte, etwa RB Leipzig. Die Chance, dass Asllani auch in der kommenden Saison für die TSG stürmen könnte, ist gering, zumal mit Vogt und Eduardo bereits Alternativen geholt wurden oder mit Max Moerstedt und gegebenenfalls mit Haris Tabakovic da sind.
Leihspieler sollen zusätzlich zu Geld gemacht werden
Daneben läuft es auch auf einen Verkauf von Muhammed Damar hinaus, der im Duell mit Star Andrej Kramaric den Kürzeren zog und den es nach zwei Leihen (Hannover und Elversberg) nun eher nach einem Neustart bei einem Klub mit höheren Einsatzchancen zieht. Der Marktwert des noch immer für die deutsche U 21 spielberechtigten Juniorennationalspielers wird derzeit auf sieben Millionen Euro taxiert.
Obendrein hofft Schicker, aus der stattlichen Fraktion der zuletzt zwölf verliehenen Spieler möglichst viele zu Geld zu machen. Vor allem Umut Tohumcu, Gift Orban, Arthur Chaves, Stanley Nsoki, Dennis Geiger, Nahuel Noll oder Hannes Behrens, womöglich aber auch Tabakovic könnten auf der Einnahmeseite noch durchaus nennenswert zu Buche schlagen.

