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Hoeneß über Hoeneß: Warum „Sebastian mal als Bayern-Trainer infrage kommt“

Neben Vincent Kompany beeindruckt Uli Hoeneß unter allen Bundesliga-Trainern sein Neffe Sebastian am meisten. Bayerns Ehrenpräsident über den VfB-Coach – und einen Klaps für Max Eberl.

Bayern-Ehrenpräsident schwärmt nicht nur von Kompany

Schon beim ersten Abendessen in der neuen Konstellation wusste Uli Hoeneß angeblich, dass die Chemie zwischen dem FC Bayern und Vincent Kompany stimmen würde. Damals in München – der neue Trainer hatte gerade unterschrieben – habe er neben Sportvorstand Max Eberl gesessen und diesem „nach einer halben Stunde einen kleinen Klaps gegeben, den Daumen gehoben und wusste in dem Moment: Das passt.“

Fast zwei Jahre später hat sich Kompany längst als Glücksgriff für den deutschen Rekordmeister herausgestellt. „Wir haben jetzt eine Mannschaft, die wirklich eine Einheit ist. Man spürt, dass sich die Spieler untereinander verstehen und füreinander einstehen. Wenn einer überspielt wird, ist sofort der Nächste da. Das war in den vergangenen Jahren so nicht der Fall. Wir haben zwar immer guten Fußball gespielt, aber dieses besondere Gefühl, diese Entwicklung, schreibe ich ganz klar unserem Trainer zu“, schwärmt Hoeneß im DAZN-Interview. „Er hat es geschafft, aus 15, 16 oder 18 sehr guten Einzelspielern ein homogenes Team zu formen.“

„Ich habe Max gesagt: Ihr müsst Wäsche für zwei, drei Tage einpacken“

Dass die Bayern Kompany „eher als vierte oder fünfte Option auf dem Zettel“ hatten und erst nach einem Anruf bei Pep Guardiola tatsächlich ins Visier nahmen, erzählt Bayerns Ehrenpräsident gerne noch einmal. Guardiola „hat uns ganz klar gesagt: ‚Den müsst ihr blind nehmen.‘ Er meinte sogar, wenn wir ihn jetzt nicht verpflichten, sei er in zwei oder drei Jahren bei Manchester City.“ Und deshalb habe er Eberl vor der Reise zu Kompany nach Burnley gesagt: „Ihr müsst Wäsche für zwei, drei Tage einpacken – ihr dürft nicht ohne Vertrag nach Hause fliegen.“

Heute schwärmt Hoeneß nicht nur vom Trainer, sondern auch vom Menschen Kompany („nahezu perfekt“), dessen Intelligenz, dessen Vielsprachigkeit, dessen sozialer Kompetenz und sagt: „Was mir besonders gut gefällt, ist, dass die Journalisten in München wieder arbeiten müssen. Denn bei dem einen oder anderen Trainer war es früher so – Tuchel lässt grüßen -, dass man nach einer Pressekonferenz immer eine schöne Geschichte hatte, die aber mit Fußball nichts zu tun hatte. Und jetzt, bei Vincent, müssen sie wieder über Fußball schreiben.“

„Sebastian hat nach unserem Trainer von mir den größten Respekt“

Gibt es in der Bundesliga noch einen Trainer, der Hoeneß derart beeindruckt? „Ja, mein Neffe Sebastian – vor dem ziehe ich wirklich den Hut“, antwortet er unumwunden mit einem Blick zum VfB Stuttgart. „Was er in diesem Verein geleistet hat, ist bemerkenswert. Er hat die Mannschaft erstens im Abstiegskampf übernommen, zweitens wurden ihm in den letzten Jahren immer wieder die besten Spieler verkauft. Und trotzdem schüttelt er sich, macht weiter und kommt immer wieder zurück. Also ganz ehrlich: Sebastian hat nach unserem Trainer von mir den größten Respekt.“

Nur logisch, dass der VfB-Coach als Bayern-Trainer der Zukunft gilt. „Er kommt zumindest mal infrage“, verrät Hoeneß. „Aber Kompany kann von mir aus noch fünf oder zehn Jahre hierbleiben.“ Im vergangenen Oktober hatte der Belgier bis 2029 verlängert – auch mit Blick auf ManCity übrigens.

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