Ausgerechnet an dessen Geburtstag macht es Stuttgarts Cheftrainer Sebastian Hoeneß publik: VfB-Talent Yanik Spalt wird gegen Köln im Kader stehen – und wahrscheinlich auch noch darüber hinaus.
19-Jähriger rückt näher an VfB-Profis heran
Es schien, als würde er den Weg gehen, den in der jüngeren Vergangenheit alle Stuttgarter Talente gegangen sind. Sie durften bei den Profis in der Vorbereitung mittrainieren, mitspielen und sich Lob abholen, um dann, wenn es ernst wurde, wieder beim VfB II abzutauchen. Für Yanik Spalt könnte es diesmal anders laufen. Cheftrainer Sebastian Hoeneß verkündete am Donnerstag, ausgerechnet am 19. Geburtstag des Österreichers, dass der defensive Mittelfeldspieler und Außenverteidiger gegen den 1. FC Köln am Freitagabend im Kader stehen wird. Was obendrein keine einmalige Sache sein soll.
Chema öffnet die Tür für Spalt
Möglich gemacht hat dies der kurzfristige Abschied von Chema zu Brighton & Hove Albion am Dienstag, dem letzten Tag der Transferperiode. Der Spanier, der für rund 23 Millionen Euro in die Premier League wechselte, macht einen Platz im Mittelfeld frei, der jetzt erst einmal an das NLZ-Talent geht.
Hoeneß mahnt, man solle keinesfalls Atakan Karazor vergessen. Ungeachtet dessen, dass dieser nicht mehr die Kapitänsbinde trägt und seinen Platz neben Angelo Stiller auf der Doppelsechs an Neuzugang Grischa Prömel verloren hat. Durch den Chema-Wechsel würden sich „ein paar Rollen wieder ein bisschen neu sortieren“. Mit dem Ergebnis, „dass Spalti dadurch jetzt noch einen Tick näher heranrutschen wird. Er wird im Kader sein.“
Der 19-Jährige, der 2023 von AKA Vorarlberg zum VfB in die U 17 kam, im Fußballinternat lebt und sich kontinuierlich weiterentwickelt hat, sorgt seither für Aufmerksamkeit. In der Youth League, als Kapitän der U 19 und schließlich in der U 21 in der 3. Liga. Auf der Position des Linksverteidigers, später im zentralen Mittelfeld, wo er mit großer Präsenz, aggressiven Balleroberungen, feiner Technik und gutem Aufbauspiel überzeugt.
Premiere unter Hoeneß in Rom
Bereits im Vorjahr gehörte Spalt zu den Jungstars im Rückraum der Lizenzspielermannschaft. Im Januar durfte der heute 19-Jährige sogar in der Europa League beim 0:2 gegen die AS Rom in der italienischen Hauptstadt einen Kurzeinsatz feiern. Es sollten die einzigen Minuten unter Hoeneß bleiben, der das Eigengewächs nie aus den Augen gelassen hat, und es jetzt vorsichtig heranführen will.
„Es geht darum, eine gute Balance zu finden“, erklärt der Chefcoach. „Spalti wird bei uns dabei sein und hoffentlich auch immer mal wieder auf dem Platz stehen. „Auf der anderen Seite müssen wir natürlich auch schauen, dass er im Rhythmus bleibt.“ Das bedeutet, dass der U-19 Nationalspieler Österreichs zwischen VfB und VfB II beheimatet sein wird. „Es wird ein bisschen ein Balanceakt, ihn im Rhythmus zu halten über die zweite Mannschaft, falls er sich bei uns nicht festspielt.“
Fabian Wohlgemuth hält ebenfalls große Stücke auf den Jungstar, der in der Vorbereitung auch und gerade gegen stattliche Testspielgegner wie den FC Paris oder den FC Fulham im Mittelfeld zu überzeugen wusste. „Yanik hat Akzente gesetzt und auch körperlich sehr gut dagegengehalten“, so der Sportvorstand am Rande der Partien.
Catovic bevorzugt Wechsel
Spalt könnte die Gunst der Stunde für sich nutzen, die anderen vor ihm verwehrt geblieben ist. Ein ganz aktuelles Beispiel: Mirza Catovic. Der ebenfalls im defensiven Mittelfeld agierende Jungprofi zog es in diesem Sommer vor, zu wechseln, statt weiter auf seine Chance zu warten. Allerdings dürfte er mit der neuen Herausforderung ebenfalls fein sein. Der deutsche U-19-Nationalspieler ist an FC Barcelona Atletic ausgeliehen, die Zweitvertretung des spanischen Topklubs.

