Noch immer repräsentiert Adam Hlozek Hoffenheims Rekordtransfer. Gegen Stuttgart zeigte der 18-Millionen-Mann warum. Nach einer langen Leidenszeit will der Tscheche nun endlich dauerhaft seine Klasse zeigen.
Hoffenheims Stürmer meldet sich mit Doppelpack zurück
Es war regelrecht spürbar, was Adam Hlozek hinter sich hat, als er nach dem für die TSG aber noch viel mehr für ihn persönlich befreienden Auftritt gegen den VfB Stuttgart (2:1) vor die Medien trat. „Für mich ist es sehr emotional, nach langer Zeit wieder getroffen und sogar einen Doppelpack geschafft zu haben. Darüber bin ich wirklich sehr froh“, versicherte der enorm erleichterte Stürmer, „die vergangene Saison war ein Desaster für mich, aber jetzt bin ich endlich zurück, ich fühle mich immer besser.“
Das ist keine gute Nachricht für Hoffenheims Gegner. Gegen Stuttgart zeigte der Tscheche, was er zu leisten imstande ist, wenn sein Körper mitspielt und er austrainiert und in Topform wirbeln kann. Dann ist dieser extrem dynamische, robuste und mit beiden Beinen schussgewaltige Angreifer nur sehr schwer in Schach zu halten. Schon nach vier Minuten war Hlozek vor VfB-Keeper Fabian Bredlow aufgetaucht, hatte im ersten Versuch mit links unter Bedrängnis aber nur das Außennetz getroffen.
Schicker: „Ein super Spieler und ein sehr, sehr guter Kerl.“
Der zweite Versuch saß. Diesmal hatte der 24-Jährige einen Tiefenlauf mit rechts abgeschlossen und wuchtig zur Führung eingeschossen. Den dritten Schuss aus der Drehung (mit rechts) konnte Bredlow soeben noch parieren (39.) – beim vierten, diesmal wieder mit links, war der Stuttgarter wieder machtlos, als Hlozek die Kugel nach dem gleichen Muster wie beim 1:0, nun aber spiegelverkehrt auf der anderen Seite und dann eben mit links zum 2:1-Siegtor ins Tor drosch. „Es ist als Stürmer unser Job, uns immer wieder auf den nächsten Abschluss zu konzentrieren“, erklärt Hlozek, „aber wenn du schon ein Tor geschossen hast, bist du einfach ruhiger und selbstbewusster, um auch noch ein weiteres Tor zu schießen.“
„Es hat sich schon in der Trainingswoche angekündigt, Adam war heute der Matchwinner, mit Oli gemeinsam, das freut mich für ihn. Er hat einfach diesen Tiefgang und diese Dynamik, wie er vom Gegner wegkommt und sich den Abschluss nimmt“, lobte Trainer Christian Ilzer und ergänzte: „Es können sich aber auch die vielen Menschen bei uns im Hintergrund freuen, die Adam durch diese schwierige Zeit begleitet und viel Herzblut reingesteckt haben. Das ist unglaublich wichtig für einen Spieler, der durch eine Leidenszeit geht, dass da Menschen sind, die ganz nah bei ihm sind und ihn durch diese schwierige Phase begleiten. Da können sich alle ein Stückchen von diesen beiden Toren und dem Sieg gegen Stuttgart runterschneiden.“
Hlozek hat die Champions League im Visier
Auch Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker zeigte sich erleichtert. „Ich freue mich für Adam, jeder kennt ja seine Leidensgeschichte, jeder weiß auch, wie ehrgeizig er ist und darum hat es mich wirklich gefreut, weil er nicht nur ein super Spieler ist, sondern auch ein sehr, sehr guter Kerl.“ Mehrere Verletzungen und Eingriffe am Mittelfuß und Anfang des Jahres auch noch eine heftige Wadenblessur hatten Hlozek permanent zurückgeworfen. Nach 27 Spielen (8 Tore) in seiner ersten Saison hatte der für 18 Millionen Euro aus Leverkusen geholte Tscheche in der Vorsaison nur fünf Ligaspiele bestreiten können.
Deshalb hat er viel nachzuholen. „So muss ich jetzt weitermachen. Natürlich ist es unser Ziel, uns in der Liga auch wieder für den Europacup zu qualifizieren oder sogar für die Champions League. Ich denke, dass wir auch in der Champions League hätten spielen können, aber leider ist das nicht passiert“, bedauert Hlozek, der sich enorm auf die nun startende Europa League und den Auftakt am Donnerstag bei OFI Kreta freut: „Ich bin sehr aufgeregt und froh, wieder in der Europa League zu spielen, denn es ist einfach etwas anderes, die ganze Woche über zu trainieren, mir ist es lieber, häufiger zu spielen. Hoffentlich bleiben wir lange in allen drei Wettbewerben.“ In dieser Verfassung kann Hlozek dazu maßgeblich beitragen.

