Sein unnötiger Platzverweis gegen Leverkusen brachte Alexander Prass Kritik ein. Nun äußerte sich der Österreicher selbst dazu, zeigte Einsicht, gab überraschende Einblicke und verriet, warum die Gelb-Rote dennoch halb so wild war.
Trikot hängt jetzt in der TSG-Kabine
Gegen Leverkusen erzielte Alexander Prass in der 89. Spielminute den letztlich vorentscheidenden Treffer zum 2:0, anschließend zog er sich beim Jubel das Trikot aus – und flog, weil bereits mit Gelb vorbelastet, folgerichtig deshalb vom Platz. Teamkollege Andrej Kramaric rüffelte seinen Kollegen anschließend, meinte scherzhaft, dass der zwar „ein guter Spieler, aber ein bisschen dumm“ sei. Und auch Trainer Christian Ilzer betonte, dass so etwas eigentlich nicht passieren sollte, auch wenn er Verständnis dafür hatte, dass man „in der Emotion mal kurz was vergessen kann“.
Prass selbst weiß, dass seine Aktion nicht gut war. Am Montag sprach der 25-Jährige in einem von der TSG Hoffenheim verbreiteten Video-Clip darüber. Er habe sich „mega über das Tor gefreut, ich ziehe das Trikot aus und merke in dem Moment, als ich es wegwerfe“, was für ein Fehler ihm unterlaufen ist.
„Man sieht auch, dass ich einen Richtungswechsel mache, weil es mir eingefallen ist, doch da war es halt leider zu spät“, sagte der 25-Jährige und ging dann auch auf die Szene ein, als Kramaric zu ihm eilte. „Andrej hat nicht wirklich was gesagt, wir haben einfach nur versucht, schnell das Trikot anzuziehen. Doch das ging irgendwie nicht so gut, weil es komplett durcheinander war.“
Anschließend habe sich Mats Rots bei ihm erkundigt und nachgefragt, ob er denn schon Gelb habe. „Ich so, jap. Dann hat er mir seine Meinung dazu auch gleich gesagt“, so Prass, der, als er die Gelb-Rote Karte von Schiedsrichter Robert Hartmann gezeigt bekam, diese recht emotionslos entgegennahm und den Schiedsrichter gar nicht anschaute. Dafür aber seinen Trainer Ilzer. „Ich glaube, dass er es nicht wusste“, mutmaßte Prass, dass der Coach von dem Platzverweis überrascht wurde. Er habe zu ihm dann gesagt. „Ich habe Blödsinn gemacht, habe das Trikot ausgezogen.“
Auf dem Weg in die Kabine sei er noch von Patrick Wimmer angesprochen worden. Was sein Landsmann zu ihm gesagt hat, daran erinnerte er sich nicht mehr. „Ich habe mich irrsinnig geärgert, was er gesagt hat, weiß ich gar nicht mehr. Was machst du, hat er gefragt – und hat gelacht.“
Prass zieht seine Lehren
Dass Prass in diesem Moment nicht unbedingt zu Späßen aufgelegt war, beweist wiederum sein Trikot, das „auf dem Weg in die Kabine etwas in Mitleidenschaft gezogen wurde, weil ich irgendwie dran gerissen habe. Da ist ein schöner Riss entstanden. Jetzt hängt es in der Kabine am Kleiderhaken an der Decke oben.“
Mit etwas Abstand kann Prass aber wieder über seine Aktion lachen. „Weil es gut ausgegangen ist, sage ich mal: halb so wild“, erklärte er und gab aber auch zu, dass es „mich schon ärgert, dass ich am Samstag nicht spielen kann.“ Ebenso betonte er, dass er aus der ganzen Sache seine Lehren gezogen hat, denn es hätte schließlich auch ganz anders laufen können.
So hätte auch der Fall eintreten können, dass sein Tor aberkannt worden wäre, „dann sind wir einer weniger und es steht nur 1:0. Gott sei Dank ist das nicht passiert und wir können deshalb drüber schmunzeln. Es kann aber auch anders aussehen. Mir wird es eine Lehre sein, das wird mir auch nicht mehr passieren. So schnell ziehe ich das Trikot nicht mehr aus.“

