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Eta über ihre Trainer-Ehe: „Wir nehmen auch das Besteck, um Spielzüge nachzustellen“

Marie-Louise Eta schrieb in den vergangenen Wochen Schlagzeilen. Jetzt hat die Trainerin des 1. FC Union darüber gesprochen, wie fußballverrückt sie auch abseits des Platzes ist – ihre Ehe eingeschlossen.

Unionerin will kurzzeitig abschalten

„Es gibt Freunde, die uns manchmal fragen, ob wir auch andere Themen haben“, sagt Marie-Louise Eta im Interview mit dem Stern. „Die haben wir. Aber es geht schon sehr oft um Fußball.“ Verheiratet ist die Trainerin des 1. FC Union Berlin schließlich mit dem Leipziger U-20-Frauen-Coach Benjamin Eta.

„Es passiert, dass wir im Restaurant sitzen und den Kellner um Stift und Papier bitten, weil wir schnell etwas aufzeichnen wollen“, erzählt sie und weckt damit Erinnerungen an die legendäre Geschichte um Pep Guardiola, Thomas Tuchel und die Salzstreuer. „Manchmal, wenn es schnell gehen muss, nehmen wir auch das Besteck, um Spielzüge nachzustellen.“

Wenn die 34-Jährige und ihr elf Jahre älterer Ehemann mal einen gemeinsamen freien Tag hätten, würden sie überlegen, welches Spiel sie am Abend schauen können. Nun, nach dem geschafften Klassenerhalt als Interimslösung bei den Union-Männern, will sie erst einmal abschalten und „mindestens eine Woche ans Meer“ fahren. Dort wird das Paar auch die WM im Fernsehen verfolgen, aber nach den intensiven Vorwochen mal nicht an Fußball denken. „Wie ich uns kenne, wird das aber nicht sehr lange funktionieren“, sagt Eta.

„Wenn wir im Supermarkt waren, bin ich durch die Gänge gedribbelt“

Als erste Cheftrainerin der Bundesliga, wenn auch nur auf begrenzte Zeit, hatte sie Geschichte geschrieben und internationales Interesse der Öffentlichkeit geweckt. Ihre Rolle als Pionierin, die ihr oftmals zugeschrieben wurde, habe sie „etwas verwundert, denn ich bin nicht die allererste Frau auf dem Planeten Männerfußball“. Den anderen Frauen im Männerfußball werde das nicht gerecht, erklärt Eta und verweist etwa auf Inka Grings, Imke Wübbenhorst, Corinne Diacre und Sabrina Wittmann.

Sie selbst ist kein Fan von Frauenquoten. „Ich verstehe den Ansatz, und soweit ich weiß, wird er mit Erfolg angewandt. Ich persönlich möchte keine Quote erfüllen und wegen meines Geschlechts einen Posten bekommen. Ich möchte aufgrund meiner Leistung und meiner Qualitäten eingestellt werden“, verdeutlicht die Vorreiterin, die gar nicht unbedingt Vorreiterin sein will. Ihr Nachfolger soll noch im Mai feststehen, gut möglich, dass es sich dabei um den Schweizer Mauro Lustrinelli handeln wird.

Im Interview spricht die baldige Trainerin der Union-Frauen auch über ihre eigene fußballerische Sozialisation. „Seitdem ich laufen konnte, hatte ich immer einen Ball am Fuß. Wenn wir im Supermarkt waren, bin ich durch die Gänge gedribbelt, im Slalom um die Einkaufswagen herum“ berichtet Eta. „In der Schule habe ich mit den Jungs jede Pause fürs Fußballspielen genutzt.“ Bewundert habe sie David Beckham für dessen Freistöße und Flanken: „Hunderte Male habe ich versucht, auf dem Bolzplatz seine Schusstechnik nachzuahmen.“

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