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Einsame Spitzen: Das enge Rennen zwischen Ache und Dallinga

Erst spielte der eine, dann der andere: Zwischen Thijs Dallinga und Ragnar Ache kristallisierte sich noch keine klare Hierarchie heraus. Dabei muss es nicht zwingend auf einen von beiden hinauslaufen.

Köln-Stürmer sind gleichauf

Wie einfach das mit dem Toreschießen ist, zeigte der letzte Angriff beim Gastspiel in Hamburg. Eine saubere Flanke von rechts, ein Kopfball von Ragnar Ache am kurzen Pfosten, der Treffer zum 1:2-Endstand aus Sicht des 1. FC Köln. Es war der dritte Treffer eines Mittelstürmers, der erste von Ache. Konkurrent Thijs Dallinga hatte zuvor eine Möglichkeit aus bester Position vergeben. Hat Ache deshalb wieder die Nase vorn?

Das erste Kopfballtor am vierten Spieltag

Beim 1:1 gegen Bremen und in Hamburg jedenfalls saß Ache zunächst draußen. Der Platzhirsch der vergangenen Saison kam jeweils als Joker für Dallinga. Eine ungewohnte Rolle, die viel über das neue Kräfteverhältnis im Sturm aussagt. Denn nachdem Ache vergangene Saison im Grunde konkurrenzlos war, hat er mit dem vom FC Bologna geliehenen Niederländer nun einen Co-Stürmer auf Augenhöhe.

Der erwischte mit seinem Doppelpack als Joker beim 3:2 gegen Hoffenheim einen Traumstart, netzte erst mit links und dann mit rechts ein. Doch als Dallinga nach einer kurzen Pause wegen eines Magen-Darm-Infektes gegen Bremen starten durfte, verschoss er gleich in der Anfangsphase einen Handelfmeter. Anschließend tat sich der 26-Jährige schwer. Umgekehrt war es bei Ache, der gegen Hoffenheim und in Stuttgart (1:4) als Stoßstürmer auf verlorenem Posten stand – und nun einnickte. Es war das erste Kopfballtor des FC in dieser Saison.

Es könnte auch mit beiden gehen

Eine klare Hierarchie kristallisierte sich nicht heraus. Für Ache spricht seine Wühler-Mentalität im Strafraum. Der sprunggewaltige Angreifer ist ein exzellenter Zweikämpfer, der in der Defensive fast immer die Luft-Hoheit besitzt und das Spiel als einsame Spitze kennt. Ache weiß, wie es ist, als Anker-Spieler einstecken zu müssen und lange Schläge zu sichern. Nicht ohne Grund schlagen die Kölner Verteidiger in ausweglosen Situationen oft den Ball in seine Richtung.

Dallinga dagegen schwimmt gerne im Angriffsverbund mit. Welche Vollstrecker-Qualitäten er besitzt, war bei den strammen Treffern gegen Hoffenheim zu sehen. Jeweils mit dem ersten Kontakt netzte er ein. Als alleinige Spitze funktioniert auch er, richtig ausspielen kann Dallinga seine Stärken aber am besten als zweite Spitze. Dann wäre Ache kein Konkurrent mehr, sondern sein Sturmpartner.

Das Problem: Bislang bietet Trainer René Wagner hinter der einsamen Spitze eine offensive Dreierreihe auf. Für einen zweiten Stürmer müsste Wagner entweder Said El Mala, Supertalent Mikey Moore oder den formstarken Linton Maina auf die Bank setzen. Zumindest El Mala und auch Moore dürften allerdings gesetzt bleiben. Wagner wird sich deshalb vorerst zwischen Ache und Dallinga entscheiden müssen. Die Nase einen Millimeter weiter vorn haben dürfte dabei Ache. Wie beim Anschlusstreffer in Hamburg.

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