Luis Diaz und Alphonso Davies reisen in diesem Frühherbst nicht zur Nationalmannschaft. Vor allem beim Kolumbianer darf den FC Bayern das freuen.
Kolumbianer verzichtet auf die Reise zur Nationalmannschaft
Das wunderbare Wiesn-Wetter in München bekommen die Profis des FC Bayern gerade nur am Rande mit, der Großteil von ihnen hält sich bei der Nationalmannschaft auf. Und der Großteil des Großteils immerhin im nicht ganz so weit entfernten Herzogenaurach, wo dem Vernehmen nach sogar auch die Sonne scheint, passend zum Einstand von Jürgen Klopp quasi.
Diejenigen, die nicht mehr zur Nationalmannschaft müssen oder wollen (Manuel Neuer) oder noch nie hindurften (Sacha Boey), haben erstmal Pause. Zwei Wochen lang bleibt es ruhig an der Säbener Straße, Vincent Kompany und das Trainerteam haben ihrem ausgedünnten Kader zwar Trainingspläne mitgegeben, doch am Vereinszentrum rollt außer Baggern nichts.
„Du siehst müde aus, Lucho.“ (Kolumbiens Nationaltrainer Nestor Lorenzo zu Luis Diaz)
Die lange Unterbrechung hätte nach dem fulminanten 7:0 gegen Union Berlin zwar nicht jeder gebraucht, grundsätzlich kommt sie trotzdem überhaupt nicht ungelegen. Luis Diaz zum Beispiel wirkte zum Start der Spielzeit ungewöhnlich ausgelaugt, versemmelte Top-Chancen wie vor einem Jahr, nur hatte er zu Beginn seiner Bayern-Zeit trotzdem noch reihenweise getroffen. Aktuell gelingt dem Kolumbianer nicht das Allermeiste, weshalb er nach Rücksprache mit Trainer Nestor Lorenzo sogar auf die Reise zur Nationalmannschaft verzichtet.
„Du siehst müde aus, Lucho“, habe Lorenzo dem Bayern-Profi am Telefon gesagt. „Dir fehlt dein gewohnter Antritt, was ist los mir dir?“ Eine Frage, die auch die Münchner Verantwortlichen beschäftigt, obwohl noch lange keine Alarmstimmung herrscht. „Einige wären froh, wenn sie so eine Delle hätten“, merkte Max Eberl am vergangenen Wochenende an und liegt nicht falsch damit. Diaz sorgt noch immer für Gefahr, und er kommt ja wenigstens ständig in gefährliche Abschlusssituationen. Allein: Die Verwertung fällt derzeit mangelhaft aus, ein Tor steht nach sieben Einsätzen zu Buche.
Tah nimmt Luis Diaz in Schutz: „Das darf man nicht überbewerten“
In der vergangenen Saison, die Diaz mit unfassbaren 50 Scorerpunkten (26 Tore, 24 Assists) beendete, blieb er in der Liga maximal drei Spiele in Folge ohne Torbeteiligung, war dafür aber zum Beispiel zwischendurch in der Champions League gegen Brügge (4:0) erfolgreich. Aktuell fehlt dieser Punch und die gewisse Power und Leichtigkeit, mit der er unter anderem im Halbfinale gegen Paris so brillierte.
„Joa…“, setzte Jonathan Tah auf Nachfrage zu seinem Kollegen an und lachte. „Vielleicht war er in einem Spiel mal müde, aber ich glaube, so viele Spiele, wie er macht und so viel, wie er abspult, ist das auch normal, dass er mal müde ist. Das darf man nicht überbewerten. Wir wissen, was wir an ihm haben. Wir wissen, was er uns geben kann. Ich hab‘ mich sowieso immer schon gefragt, wie er das macht, jedes Spiel die Linie rauf und runter zu sprinten. Wir können ihm das eine Spiel gönnen, in dem er mal müde war.“
Diaz schnauft erneut durch – Davies in den Flitterwochen
Gegen Mexiko, Paraguay und Peru muss die kolumbianische Auswahl nun ohne ihren Schlüsselspieler auskommen, damit der dann in München wieder Fahrt aufnimmt und zu alter Stärke findet. „Schön“ findet Sportvorstand Eberl diese Pause, die tatsächlich nicht das erste Mal vorkommt. In der vergangenen Spielzeit hatte Diaz zeitgleich in der Königsklasse und in der Liga gesperrt gefehlt, weshalb Kompany seinem Dauersprinter ein paar trainingsfreie Tage verordnete. Als Diaz dann zurückkam, lieferte er noch besser ab als vorher schon.
Ein Mini-Break ist übrigens auch Alphonso Davies vergönnt, allerdings aus ganz anderen Gründen. Der Kanadier reist nicht nur Nationalmannschaft, sondern in die Flitterwochen.
Und im Gegensatz zu Diaz hat Davies sogar sehr gut in die Saison gefunden, nachdem die vergangene wegen verschiedener Verletzungen relativ verseucht war. Offenbar hat den 25-Jährigen die Verpflichtung von Nathaniel Brown beflügelt. Davies zeigte sich zuletzt nicht nur wieder spritzig und zielstrebig, sondern steuerte bereits drei Torvorlagen bei. Fürs Erste gehört ihm der Platz auf der linken Abwehrseite wieder.

