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Eine Lehre aus der U 15: Warum sich Matanovic kein spezielles Ziel setzt

1,95 Meter pure Glückseligkeit: Igor Matanovic strahlt in diesem Sommer eine schier grenzenlose Vorfreude aus – und ist dementsprechend stark in die Saison gestartet. Der Angreifer des SC Freiburg erklärt die Gründe.

Freiburgs freudestrahlender Angreifer

Am Sonntagnachmittag gegen 16:45 Uhr läuft Igor Matanovic frei aufs Bremer Tor zu. Schießt er sein zweites Tor? Nein. Er spielt, ohne hinzuschauen, einen Querpass zwischen zwei Verteidigern und dem Torhüter vorbei in der Hoffnung, dass Yuito Suzuki, den er beim Pass noch gar nicht sehen konnte, in diese Lücke laufen wird und den Ball ins leere Tor schieben kann. Genau dieser Fall ist eingetreten. Das „blinde Verständnis“, von dem Matanovic im Anschluss passenderweise sprach, haben beide in dieser Situation neu definiert.

Dieses Tor sagt nicht nur eine Menge über das Zusammenspiel in der Breisgauer Offensivabteilung aus, es ist bezeichnend für den aktuellen Flow des kroatischen Mittelstürmers. Vermutlich hätte er das 4:0 auch selbst erzielen können. „Ich war mir sicher, dass er ankommt, sonst hätte ich das nicht gemacht. Wenn du weißt, dass ein Spieler besser steht, darfst du nicht nachdenken. Wenn du ins Grübeln kommst, ist es schon zu spät“, erklärte der 23-Jährige. Dieses Tor spricht für ein bemerkenswertes Spielverständnis, würde doch der Instinkt eines jeden Angreifers in dem kurzen Moment der Entscheidungsfindung den eigenen Abschluss wählen – nicht aber der Kopf.

1,95 Meter pure Glückseligkeit

Und genau der macht bei Matanovic den Unterschied. Schon den ganzen Sommer, seit dem ersten Tag der Rückkehr nach Freiburg, läuft der 23-Jährige freudestrahlend umher. 1,95 Meter pure Glückseligkeit. Die Gründe sind offensichtlich, das Jahr 2026 ist ganz persönlich ein Volltreffer. Mit drei Toren in den ersten vier Ligaspielen eroberte Matanovic im Januar, ein halbes Jahr nach seinem Wechsel aus Frankfurt, den Stammplatz im Sturmzentrum. Es folgten neun weitere Tore und auch darüber hinaus enorm wichtige Arbeit auf dem Weg bis ins Europa-League-Finale. Drei Einsätze fürs kroatische Nationalteam bei der WM rundeten das nahezu perfekte Halbjahr ab.

„Man denkt als allererstes, dass der Erfolg hartes Training ist. Das stimmt auch zu weiten Stücken. Aber ich glaube, dass der Fußball viel mehr im Kopf stattfindet. Wenn du frei im Kopf bist, nicht nachdenkst und in diesen Momenten nicht zögerst und da einfach instinktiv dein Ding machst, dann entsteht auch so etwas. Ich bin mit viel Rückenwind aus der Rückrunde und natürlich der WM gekommen, die mir auch viel bedeutet hat. Daraus habe ich viel Kraft gezogen. Jetzt ist es einfach ein Ding der Routine, der Erfahrung. Das Vertrauen von deinen Mitspielern und vom Trainerteam hilft natürlich extrem auch in der Entwicklung“, so Matanovic.

Mit anderthalb Jahren Anlaufzeit ist die Sturmkante vor neun Monaten also so richtig in der Bundesliga angekommen. Nach 14 Zweitligatoren bei der Leihstation Karlsruher SC folgte 2024/25 der Versuch bei Eintracht Frankfurt mit einer für alle Beteiligten unzufriedenstellenden Bilanz: 25 Einsätze, sechs davon in der Startelf, zwei Tore. Doch die Freiburger sahen das Potenzial und konnten dem Stürmer die nötige Zeit geben. Der zahlt jetzt zurück. War der Wechsel die beste Entscheidung seiner noch jungen Karriere? „Ich glaube, die Antwort ist offensichtlich. Es war ein Riesenschritt für mich. Ich habe es auch dank Freiburg zur Weltmeisterschaft geschafft. Das ist sehr, sehr besonders, und das hilft natürlich auch in einer jungen Karriere, schon eine Weltmeisterschaft gespielt zu haben.“

Der vergebens einstudierte Torjubel

Der besagte Rückenwind hatte nicht nur beim Bundesliga-Auftakt beflügelnde Wirkung. Schon im DFB-Pokal und der Qualifikationsrunde zur Conference League hat Matanovic getroffen, vier Tore in vier Spielen. Wie viele noch folgen? Diese Frage stellt sich der Torjäger nicht. Auf eigene Zielvorgaben verzichtet Matanovic wegen eines prägenden Erlebnisses aus dem Jugendbereich.

„Das war in der Jugend, der U 15 gewesen. Ich habe mir vor dem Spiel gegen den Tabellenletzten schon den Torjubel überlegt, sogar vorgemacht und mir natürlich auch eine Zahl vorgenommen, wie viele Tore ich schieße“, erzählt Matanovic. Der Ausgang der Story ist zu erahnen: „Blabla … ich habe jede Chance verschossen, ich habe auch das freie Tor verfehlt. Seitdem habe ich mir gesagt: Geh einfach ruhig ins Spiel rein und nehme dir nichts mehr vor.“ Ein Plan, der aktuell voll aufgeht.

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