Der FC Bayern muss im Transfermarkt-Endspurt eine kreative Lösung finden. Sportvorstand Max Eberl stapelt lieber tief.
Bayern auf dem Transfermarkt ab jetzt eingeschränkt
Noch ist kein Bundesliga-Spieltag in dieser Saison absolviert, doch an Galgenhumor wird eine Pressekonferenz beim FC Bayern im Verlaufe der Spielzeit nur noch schwer überboten werden. Einen Tag vor dem Ligastart gegen Leipzig ging es an der Säbener Straße ganz kurz mal um den Gegner Leipzig, bestimmt wurde und wird die Lage aber natürlich vom (Nicht-)Geschehen auf dem Transfermarkt.
Nachdem Paul Wanner nun auch noch wechselt und sich wohl am Freitag der PSV Eindhoven anschließt, steht etlichen Abgängen in der Offensive nur der Einkauf von Luis Diaz (Liverpool) gegenüber.
Und obwohl der FC Bayern in diesem Sommer-Transferfenster bereits ein Transferplus von über 20 Millionen Euro erwirtschaftet hat, ist die Vorgabe aus der Vereinsführung an Max Eberl, dass er fortan nur noch Spieler ausleihen und nicht kaufen darf. Was der Sportvorstand zumindest öffentlich mit einer gewissen Prise Sarkasmus verarbeitete.
„Ich erfahre nicht durch die Öffentlichkeit, was zu tun ist“, stellte der 51-Jährige klar, nachdem sich Ehrenpräsident und Aufsichtsratsmitglied Uli Hoeneß in der Süddeutschen Zeitung für Leihen statt Käufe starkgemacht hatte. „Der Klub hat für sich entschieden: Wir wollen Geld sparen“, sagt Eberl.
- Auch wegen Wirtz: Bayerns Dilemma und die Transfer-Not (k+)
Nach den Abgängen von Großverdienern wie Thomas Müller (Vancouver) und Leroy Sané (Galatasaray) haben die Bayern zusätzlich auch noch Kingsley Coman an Al-Nassr abgegeben, was laut Eberl „nicht unbedingt der Plan war“.
Und jetzt muss eben trotzdem geliehen statt gekauft werden. „Diese Aufgabe haben wir im Sport zu akzeptieren, wir müssen jetzt kreativ werden. Das ist keine einfache Aufgabe, ehrlich gesagt, auf dem Markt.“
Wie kreative Lösungen aussehen könnten? Schwer zu sagen, immerhin weiß Eberl wohl am besten, dass wohl kein europäischer Top-Klub einen Top-Spieler an einen europäischen Top-Klub wie den FC Bayern verleihen wird. „Wenn PSG uns jetzt fragen würde, ob wir ihnen Michael Olise leihen würden, würden wir sagen…“, führte Eberl aus und beendete seinen Satz mit einem gestikulierten Scheibenwischer. Wohlgemerkt, nachdem die Bayern bei PSG nach Bradley Barcola gefragt hatten.
Sei es drum, der Franzose ist schließlich ebenso wenig nach München gewechselt wie Florian Wirtz. Oder Nick Woltemade, der zwar zum FC Bayern wollte, aber nicht durfte. „Vielleicht“, probierte es Eberl nochmal sarkastisch, „leiht Stuttgart ihn an uns, leihen können wir ja.“

