Fast zwei Jahre lang galt: Ohne Alexis Claude-Maurice geht in der Offensive des FC Augsburg wenig. Das hat sich geändert. Der offensive Mittelfeldspieler muss um seinen Platz kämpfen, auch mit Blick auf den Sommer.
In Augsburg nicht mehr unverzichtbar
Man kann nicht behaupten, dass dies bislang die Saison des Alexis Claude-Maurice ist. Den Großteil der Vorbereitung verpasste der wechselwillige 28-Jährige angeschlagen, an den ersten sechs Spieltagen reichte es auch deshalb nur für drei Einsätze als Joker, in denen der Franzose immerhin ein Tor beim 4:1 in Frankfurt und einen Assist beim 2:3 in Bremen beisteuerte. Nachdem er gegen die Bayern (2:2) und in Elversberg (3:4) mit muskulären Problemen ausfiel, stieg er am Dienstag teilintegriert ins Training ein und könnte am Samstag gegen Union Berlin in den Kader zurückkehren.
Vor nicht allzu langer Zeit hätte der FC Augsburg die Rückkehr des kreativen, schussstarken Dribblers herbeigesehnt. 15 Tore in 60 Bundesligaspielen seit Spätsommer 2024 sind eine ordentliche Bilanz, als Claude-Maurice ablösefrei als vertragsloser Profi unterschrieb. Ein guter Deal. Doch der FCA von vor zwei Jahren hat sich gewandelt, am Beispiel des Zehners lässt sich dies gut erklären.
Auch im Sommer 2025 verletzte sich Claude-Maurice in der Vorbereitung. Er verpasste den Saisonstart und spielte anschließend alles andere als gut. Sein Stammplatz stand mangels Alternativen jedoch nicht zur Debatte. Die Erlösung folgte im Januar, am 17. Spieltag, mit einem Traumtor per Distanzschuss zum 1:1 gegen Union Berlin. Am Saisonende spuckte die Statistik immerhin fünf Treffer und sechs Assists für Claude-Maurice aus.
Kade, Ibrahimovic, Fellhauer, Kömür: Die Konkurrenz ist groß
Am Samstag dürfte Claude-Maurice ziemlich sicher warten müssen, könnte ein solcher Moment – wieder gegen Union – höchstens als Joker passieren. Die Konkurrenz auf den beiden Zehnerpositionen ist groß: Arijon Ibrahimovic und Robin Fellhauer spielten dort zuletzt, Anton Kade ist nach seinem starken Saisonstart gesund zurück, Mert Kömür traf in Elversberg als Joker. Und: Das Toreschießen ist längst nicht mehr das Problem des FCA, auch mit geringem Anteil von Claude-Maurice hat nur der FC Bayern (22) mehr Treffer erzielt als der FCA mit 16.
Kein Wunder, dass Sportdirektor Benni Weber sagt: „Es liegt an Alexis, sich wieder ins Team zu kämpfen. Im Gegensatz zur vergangenen Saison ist mehr Konkurrenz auf seiner Position.“ Und der Druck steigt für den Franzosen. Sein Vertrag läuft im Sommer aus, für den gewünschten größeren Klub samt Gehaltssprung muss er liefern, Leistung zeigen. Die Qualität bringt dafür er fraglos mit, einen Freifahrtschein bekommt er nicht, auch die häufigen Wehwehchen sind sicher nicht hilfreich.
Im Herbst 2026 gibt es drei Szenarien für Klub wie Spieler: Ein Winterwechsel, damit der FCA wenigstens etwas Ablöse bekommt, ein ablösefreier Abgang im Sommer oder eine Vertragsverlängerung. Gespräche wird es geben. Aber nicht jetzt, sondern wohl erst, wenn Claude-Maurice sich für den FCA wieder unverzichtbar gemacht hat. Aktuell ist er das nicht.

