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Dompé: Nochmal Vollgas oder Abfahrt

Vor seinem Wechsel nach Hamburg im Spätsommer 2022 wechselte Jean-Luc Dompé fast jährlich seine Klubs. Nach vier Jahren beim HSV steht er am Scheideweg. In die Sackgasse hat sich der Franzose selbst manövriert.

HSV-Profi fuhr ins Abseits und ist unzufrieden

Die Bilder wirkten wie ein Gemälde und gingen durchs Netz: Auf den Schultern seiner Teamkollegen wurde Jean-Luc Dompé nach Zweitligaspielen des HSV von seinen Kollegen regelmäßig durch die Kabine getragen und besungen, begleitet zu den Klängen von Joe Dassins Klassiker „O Champs-Elyseés“. Auch nach dem Aufstieg hatte Merlin Polzin für den französischen Linksaußen mit der Veranlagung für das Besondere die Rolle des Unterschiedsspielers vorgesehen. Ein Jahr später stellt sich die Situation komplett anders dar.

Für seine Alkoholfahrt muss Dompé insgesamt 200.000 Euro bezahlen

Schlagzeilen hat der inzwischen 30 Jahre alte Flügelstürmer während der Bundesliga-Saison beinahe nur außerhalb des Spielfeldes geschrieben. Während der gesamten Hinserie und auch nach der Winterpause hinderten ihn hartnäckige Achillessehnenprobleme daran, sein volles Potenzial auszuschöpfen. Ausgerechnet sein gefürchtetes Dribbling, von links mit dem starken rechten Fuß nach innen zu ziehen, bereitete ihm Schmerzen, und sein Trainer verriet noch während der Winterpause: „Jean-Luc ist genervt davon, dass er der Bundesliga nicht zeigen konnte, wie gut er ist.“

Zu Beginn des neuen Jahres strapazierte dann Dompé selbst die Nerven derer, die ihn gestärkt hatten. Einen Nacht nach dem auch für ihn enttäuschenden Stadt-Derby auf St. Pauli (0:0) mit einem schwachen Joker-Auftritt wurde der Profi mit 1,34 Promille Alkohol im Blut am Steuer seines Autos gestoppt. Weil er nach der Führerscheinentnahme auf der Wache einen E-Scooter nahm, verdonnerte ihn das Amtsgericht Hamburg Mitte vergangene Woche laut Bild zu einer Zahlung in Höhe von 100.000 Euro. Eine Strafe in gleicher Höhe hatte zuvor auch der HSV verhängt, weil Dompé Wiederholungstäter ist, im Februar 2023 mit stark überhöhter Geschwindigkeit in eine zum Glück menschenleere Bushaltestelle gerast war. Der Vorwurf eines illegalen Autorennens stand im Raum, konnte aber nicht bestätigt werden.

„Jean-Luc sah sich nicht bei 100 Prozent, um der Mannschaft zu helfen.“ (Merlin Polzin über Jean-Luc Dompé)

Polzin, der dem Edeltechniker im Verbund mit dem französischstämmigen Co-Trainer Loic Favé in Hamburg zu bislang nicht erlebter Blüte verholfen hatte, suspendierte Dompé für zwei Spiele, brachte zudem auch seine persönliche Enttäuschung zum Ausdruck. Nach dem Fahrvergehen fand der Sorgenfall auch sportlich nicht mehr in die Spur. Als er in den letzten beiden Saisonwochen im Kader fehlte, kommentierte der Coach auffallend mit Zwischentönen: „Jean-Luc hat die Wehwehchen, die er in der ganzen Saison hatte und sah sich nicht bei 100 Prozent, um der Mannschaft zu helfen.“

Seitdem regiert in der Hansestadt die Frage: Hilft Dompé überhaupt noch einmal? Sein Vertrag läuft bis 2027, er selbst trägt sich mit Wechselgedanken, ist unzufrieden mit seiner Rolle. Da die Unzufriedenheit beidseitig ist, bleiben nur zwei Optionen: noch mal Vollgas, und zwar auf der richtigen Spur – oder Abfahrt.

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