Noch liegen keine Angebote vor. Doch Mainz 05 stellt sich auf mögliche Vorstöße für Nadiem Amiri und Kaishu Sano ein. Gleichzeitig nimmt ein Millionenprojekt am Bruchweg Formen an.
Martel kein Sano-Ersatz
Was die Personalplanung betrifft, ist Mainz 05 schon ziemlich weit. Bei zwei Namen hängt der Verein jedoch in der Luft. Aufgrund ihrer gelungenen Auftritte bei der WM steigt das Interesse an dem deutschen Nationalspieler Nadiem Amiri und dem Japaner Kaishu Sano.
Seit vergangenem Donnerstag ist FSV-Sportvorstand Christian Heidel in Nordamerika, wobei die Reise eher privater Natur ist. „Alle unsere sechs WM-Spieler wurden eingesetzt und haben bislang einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Alle haben Chancen auf die K.-o.-Runde, Nadiem hat sie bereits erreicht. Darüber freue ich mich sehr und mache mir wirklich nicht eine Sekunde Gedanken darüber, ob jetzt irgendein Klub auf eine Idee kommen könnte. Davor hat bei uns niemand Angst, denn dann müssten wir unseren Jungs ja schwache Leistungen wünschen“, betont Heidel.
Konkrete Angebote für Amiri oder Sano sind noch nicht eingegangen
Der Sportvorstand geht davon aus, dass der Transfermarkt in diesem Sommer wegen der WM später als üblich in Fahrt kommt. Konkrete Angebote für Amiri oder Sano sind noch nicht eingegangen. Die Verträge des Duos laufen noch bis 2028. „Sollte ein Angebot für Nadiem, Kaishu oder einen anderen Spieler kommen, werden wir das seriös prüfen und uns fragen, ob es für uns sportlich und wirtschaftlich ein Thema sein könnte“, erklärt Heidel.
Das Geschäftsmodell von Mainz 05 ist bekannt. Der Verein hat in den vergangenen Jahren wiederholt Spieler für eine Ablöse im zweistelligen Millionenbereich verkauft, zuletzt 2025 Jonathan Burkardt für rund 22 Millionen Euro an Eintracht Frankfurt. Im Jahr davor stellte Brajan Gruda mit dem Wechsel zu Brighton & Hove Albion, der 31,5 Millionen Euro einspielte, einen neuen Vereinsrekord auf. Dieser könnte nun durch einen Verkauf von Sano übertroffen werden.
Der Transfersaldo in diesem Sommer ist bereits jetzt positiv. Den Ausgaben für Nürnbergs Fabio Gruber (3 Millionen Euro) stehen die Einnahmen für Nikolas Veratschnig (3,5 Millionen Euro von RB Salzburg) sowie die Erlöse durch die Kaufpflicht des 1. FC Köln bei Tom Krauß (3,5 Millionen Euro) und von Stade Rennes bei Arnaud Nordin (2,2 Millionen Euro) gegenüber. Andere Spieler wie Eric Martel (Köln) wechseln hingegen ablösefrei nach Mainz. Heidel stellt jedoch in Abrede, dass der Sechser Martel im Vorgriff auf einen möglichen Sano-Verkauf verpflichtet wurde: „Er ist ein anderer Spielertyp und somit auch kein Ersatz.“
Multifunktionsgebäude für 45 Millionen Euro
Der Transferüberschuss trägt zur Finanzierung des Spielbetriebs bei, wobei ein Teil davon in Infrastrukturmaßnahmen investiert wird. Seit 2002 hat der Klub rund 30 Millionen Euro in den Ausbau des Bruchwegstadions und des Nachwuchsleistungszentrums gesteckt.
Im ehemaligen Bundesliga-Stadion von Mainz 05 soll anstelle der alten Stahlrohrtribüne hinter einem der beiden Tore des Hauptfeldes in den nächsten Jahren ein fünfgeschossiges Multifunktionsgebäude mit einer Gesamtfläche von 11.000 Quadratmetern errichtet werden. Dabei entstehen auch Büro- und Praxisflächen für externe Nutzer.
Die Kosten hierfür sind mit 45 Millionen Euro veranschlagt. Dadurch soll die Zahl der Standorte des Vereins in der Stadt von vier auf zwei reduziert werden. Frühestens ab 2028 sollen alle Aktivitäten auf dem Wolfgang-Frank-Campus am Bruchwegstadion, wo auch die Profis trainieren, und in der Mewa-Arena stattfinden.

