Der bevorstehende Transfer von Karim Adeyemi zum FC Barcelona bringt Borussia Dortmund benötigtes Geld für den Transfersommer. Zukünftig aber ist ein anderes Modell geplant.
Dortmund will sich wirtschaftlich reformieren
Den Trainingsstart musste Karim Adeyemi in seinem Taschenkalender nicht großartig ändern. Sowohl sein Noch-Arbeitgeber Borussia Dortmund als auch sein sehr wahrscheinlich neuer Klub, der FC Barcelona, beginnen die Vorbereitung auf die neue Saison rund um dieses Wochenende. Aktuell ist der Außenstürmer für die Verhandlungen freigestellt, der Wechsel steht bevor, der 24-Jährige ist sich mit den Katalanen einig.
Auch die beiden Vereine haben eine Übereinkunft: 22 Millionen Euro werden an fixer Ablöse fließen, dazu kommen 9 Millionen an leicht erreichbaren Boni. Damit kommt Dortmund in etwa auf die Summe, die vor vier Jahren an RB Salzburg flossen. Als Bonus haben die Verantwortlichen aber noch eine Option eingebaut, die den Wechsel versüßen könnte: Bei einem zukünftigen Transfer zu einem dritten Klub profitieren die Schwarz-Gelben mit 35 Prozent Weiterverkaufsbeteiligung. Die Hoffnung dabei ist, dass Adeyemi eher den Weg eines Ousmane Dembelé geht (für 50 Millionen zu Paris Saint-Germain), als den des ablösefrei gegangenen Robert Lewandowski.
Besser als in einem Jahr ablösefrei
Einfach waren die Verhandlungen zwischen den beiden Vereinen allerdings nicht, was auch daran abzulesen ist, dass es den ersten Kontakt nach kicker-Informationen bereits vor einigen Wochen rund um den WM-Start gab. Die Dortmunder Ausgangslage für die Gespräche war insofern schwierig, als der Vertrag Adeyemis nur noch ein Jahr läuft und dieser Sommer die letzte Möglichkeit für eine halbwegs marktgerechte Ablöse ist. Das wissen natürlich auch Barcelona und sein gewiefter Star-Berater Jorge Mendes.
Da Spieler und BVB bei den Ideen über einen Vertrag weit auseinanderlagen, konnte die Seite Adeyemi darauf bauen, dass Dortmund den Profi nicht in einem Jahr ablösefrei verlieren will – unter diesen Bedingungen sind die am Ende rund 30 Millionen Euro und das Lottoticket für den Weiterverkauf immer noch ein guter Deal. In der Zukunft allerdings soll diese Zwickmühle nach Möglichkeit verhindert werden, indem Verträge wie zuletzt der von Felix Nmecha rechtzeitig und langfristig verlängert werden.
Mehrere kleine Transfers sollen reichen
Und: Dortmund stellt sich in seinen wirtschaftlichen Planungen aktuell so neu auf, dass nicht jeden Sommer ein Abgang in der Größenordnung Adeyemi nötig ist, um den Kader aufzufrischen. Geschäftsführer Carsten Cramer will mehr einnehmen und weniger ausgeben, damit dafür mehrere „kleine“ Transfers wie die von Julien Duranville (für 8 Millionen zu Olympique Lyon) und Cole Campbell (5 Mio./SV Elversberg; nach kicker-Infos mit Rückkaufoption) reichen, denen sich zeitnah wohl auch Kjell Wätjen anschließt, der vor einem Wechsel zu seinem alten Förderer Mike Tullberg zum FC Midtjylland steht.

