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Demichelis: „Möchte nicht ich, ich, ich hören“

Martin Demichelis (45) hat seine Arbeit als Trainer von RB Leipzig mit einer erfrischenden Vorstellung aufgenommen. Die Erwartungshaltung an den Argentinier als Nachfolger des beliebten Ole Werner ist groß.

„Neue Zeitrechnung“ bei RB Leipzig

„Eine neue Zeitrechnung“, so die Worte von Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer, hat am Montag bei RB Leipzig mit der offiziellen Vorstellung von Martin Demichelis begonnen. Und der 45-jährige Argentinier, der von der austrainierten Statur her noch immer als Profi durchgehen könnte, ließ in einer erfrischenden Pressekonferenz gleich mehrfach klar durchblicken, welche Grundprinzipien für ihn wichtig sind. „Ich habe das Wort Mannschaft gern und möchte nicht so gerne ich, ich, ich hören“, betonte der einstige Top-Verteidiger.

in seinen elf Jahren beim FC Bayern, sieben Jahre als Profi und drei als Nachwuchstrainer, hat Demichelis nicht nur ausführliche Erkenntnisse über die Bundesliga gesammelt, sondern sich auch ein gut verständliches Deutsch angeeignet. Davon konnten sich die Profis, die nicht in den Genuss eines verlängerten WM-Urlaubs gekommen sind, bereits bei den Leistungstest am Wochenende und bei der emotionalen Ansprache des Trainers vor der ersten Trainingseinheit am Montag überzeugen.

„Leipzig ist Identität und Leidenschaft. Mut und Aggressivität sind Worte, die gefallen mir sehr“, lautete seine Botschaft ans Personal. Verbesserungspotenzial hat der 51-malige Nationalverteidiger beim Videostudium der Auftritte in der vergangenen Saison freilich auch ausgemacht: „Wir versuchen, mit Ball besser zu werden, vor allem im letzten Drittel. Und wir wollen ohne Ball aggressiver sein und höher stehen.“

„Ein großer Traum“

Eigentlich wähnte Demichelis seine berufliche Zukunft bei RCD Mallorca, wo er zu Jahresbeginn angeheuert hatte. Obwohl er den Abstieg des spanischen Erstligisten nicht verhindern konnte, verständigte sich der Klub mit ihm auf eine Vertragsverlängerung. Als er von Schäfer kontaktiert wurde und den Job bei RB in Aussicht hatte, war die Abmachung hinfällig: „In die Bundesliga und dort zu einem großen Verein zu kommen, ist für mich ein großer Traum.“

Eingefädelt hatte den Deal der wohl künftige Bundestrainer Jürgen Klopp in seiner noch aktuellen Funktion als Head of Global Soccer im Fußball-Imperium von Red Bull. Auch mit dem Erfolgscoach hatte Demichelis ein Gespräch, nach eigener Aussage aber erst nach der Kontaktaufnahme durch Schäfer. Demichelis und Klopp teilen zwar ihr Faible für Mallorca und Paddel-Tennis, haben aber nie zusammen gespielt.

Dass die Erwartungen an ihn riesig sind angesichts der Tatsache, dass sein Vorgänger trotz erfolgter Champions-League-Qualifikation und dem zweitbesten Punkteschnitt der Leipziger Bundesliga-Geschichte gehen musste, ist Demichelis bewusst. „Wenn wir vor einem Jahr vom Umbruch geredet haben, sind wir jetzt an der Mittelstation“, verdeutlichte Schäfer die Zielsetzung. Die Qualifikation für die Königsklasse soll wieder selbstverständlich werden, und auch in der Champions League ist das Erreichen der K.-o.-Runde der Anspruch.

Gruda wird ein weiteres Jahr ausgeliehen

Demichelis hat in seinen ersten Leipziger Tagen festgestellt, „welche Energie der Verein hat“. Für ihn gehe es jetzt darum, „einen Spirit in die Gruppe zu bringen“. Aktuell hat er allerdings eher ein grobes, großes Gerüst zur Verfügung ohne die insgesamt neun WM-Fahrern, aber dafür mit Leihspielern ohne Zukunft. „Ich kenne die Spieler vom Computer. Jetzt ist es wichtig, die Menschen dahinter kennen zu lernen.“

Dazu wird auch Brajan Gruda gehören, der für ein weiteres Jahr von Brighton & Hove Albion ausgeliehen wird. Zwar konnte Schäfer am Montagmittag noch keinen Vollzug melden, der aber soll zeitnah erfolgen. Für den verletzten Christoph Baumgartner, der frühestens Mitte der Hinrunde zurückerwartet wird, soll indes keine externe Alternative geholt werden. „Wir vertrauen einerseits Baumi, aber auch den Spielern bei uns in der zweiten Reihe, die in der vergangenen Saison vielleicht nicht so zum Zug gekommen sind“, sagte Schäfer. Eine Chance bedeutet dies vor allem für den im Vorjahr verpflichteten Ezechiel Banzuzi (21).

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