Nach der Vorbereitung kann Arijon Ibrahimovic den FC Bayern doch noch verlassen. Was das für die Münchner bedeutet.
Rückkehrer könnte Bayern nun doch verlassen
Als Mann der großen Worte entpuppte sich Arijon Ibrahimovic in diesem Sommer nicht, zumindest nicht vor Mikrofonen und laufenden Kamers, was ja auch völlig okay ist. Dankbar war er, erzählte der Rückkehrer des FC Bayern im Trainingslager am Tegernsee. Dankbar, „dass ich meine Chance bekomme, beim größten Klub der Welt spielen zu dürfen. Ich möchte meine Chance auf jeden Fall nutzen.“ Und dabei beließ er es dann auch weitgehend.
Nach der einjährigen Leihe zum 1. FC Heidenheim, die trotz Bundesliga-Abstieg immerhin persönlich sehr ordentlich lief (zwei Tore, sieben Vorlagen), sollte der 20-Jährige eine neue Chance bei seinem Stammverein Bayern München bekommen, verlängerte dafür sogar seinen Vertrag bis 2028, und Sportdirektor Christoph Freund erklärte, dass es für Ibrahimovic jetzt „nicht mehr allein ums Lernen“ gehe, sondern „ums Angreifen, hier beim FC Bayern“.
Die ersehnte Chance erhielt Ibrahimovic in der zerstückelten Sommer-Vorbereitung der Bayern immer wieder, durfte mal als Stürmer auflaufen, mal als Linksaußen. Also auf jener Position, für die ihn die sportlichen Verantwortlichen beim Rekordmeister eingeplant hatten: als Backup für Luis Diaz.
Wirklich Werbung betreiben konnte das Eigengewächs nur selten. Zweimal traf Ibrahimovic zwar beim 15:0 gegen den Kreisklassen-Klub Rottach-Egern, dazu zuletzt einmal per Strafstoß gegen den Ex-Verein Heidenheim (4:2), aber spielerisch wirkten die Auftritte zumeist etwas verkrampft und ideenlos, nicht wirklich harmonisch mit der restlichen Offensivmaschinerie.
Ibrahimovic ist trotz Leihstationen bei Frosinone, Lazio und Heidenheim immer noch erst 20, am Anfang der Karriere, und nach fünf Wochen Vorbereitung scheint bei allen die Erkenntnis gereift, dass ein weiterer Umweg vielleicht doch das beste für den Spieler wäre, wenn nicht sogar ein fester Verkauf.
„Wenn was da ist, was spruchreif ist …“ (Max Eberl über ein mögliches Ibrahimovic-Angebot)
Zufrieden ist Max Eberl grundsätzlich mit Ibrahimovics jüngster Entwicklung in Heidenheim, aber nach den vielen Eindrücken aus der Vorbereitung bei Bayern „kann man merken, dass es für ihn ein Stück weit schwerer werden könnte“. Im Supercup zum Beispiel war Ibrahimovic nicht mehr gefragt, da standen sowohl der gerade erst zurückgekehrte Harry Kane als auch Luis Diaz fast über die volle Distanz auf dem Feld.
„Und deswegen“, ergänzt Sportvorstand Eberl, wird zumindest nochmal überlegt: „Wenn was da ist, was spruchreif ist, was interessant sein kann für beide Beteiligten, dass man dafür dann eben nochmal offen wäre.“ Serie-A-Klub Atalanta soll Interesse zeigen, nach kicker-Informationen ist die Spur zu Werder Bremen eher kalt.
Bayerns Optionen ohne Mike und Ibrahimovic
Beim FC Bayern hingegen werden die Optionen langsam weniger. Wisdom Mike ist für fünf Millionen Euro zu Club Brügge gewechselt, Ibrahimovic könnte gehen. Und plötzlich stehen als mögliche Vertreter für Luis Diaz eigentlich nur noch der 17-jährige Maycon Cardozo sowie Allrounder Serge Gnabry zur Verfügung. Tim Binder, gerade 19 und aktuell mit einem Muskelfaserriss außen vor, kommt eigentlich über rechts, könnte aber auch eine Alternative sein. Oder Jamal Musiala rückt vom Zentrum auf die Außenbahn, gleiches gilt für Neuzugang Ismael Saibari.
Einen weiteren Neuzugang schließt Eberl zu 99 Prozent aus, wohlwissend, dass man im Profifußball-Geschäft ja niemals nie sagen darf.

