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BVB ohne Chance? Das sagen die Zahlen, wenn ein Spitzenreiter auf den direkten Verfolger trifft

21-mal standen sich Bayern und Dortmund im direkten Duell gegenüber, wenn sie auf den ersten beiden Plätzen lagen. Wir klären auf, welche Teams am häufigsten bei einem solchen Spitzenspiel dabei waren, wann Bayern zuletzt fehlte und warum der BVB zittern muss.

Bayern als Stammgast beim Gipfeltreffen

Sieben Spieltage sind absolviert, und schon haben sich es Bayern München und Borussia Dortmund wieder auf den ersten beiden Plätzen gemütlich gemacht. Vier Punkte beträgt der Vorsprung von Meister und Vizemeister bereits auf den Dritten SC Freiburg. Egal, welche Ergebnisse der kommende Spieltag bringt, die ersten beiden Ränge werden weiterhin die beiden deutschen Top-Klubs bekleiden.

Seit 2020 kein Topspiel ohne Bayern-Beteiligung

Am Samstag treffen beide zum 22. Mal in der Bundesliga-Geschichte als Spitzenreiter und direkter Verfolger aufeinander. Keine andere Paarung war so oft ein solches Spitzenspiel wie der „deutsche Clasico“. Auch in der Vorsaison begegneten sich beide Teams in Hin- und Rückrunde als Erster und Zweiter. Beide Male behielt die Elf von Vincent Kompany die Oberhand und distanzierte den Rivalen.

Stammgast bei diesen Highlight-Partien sind die Münchner ohnehin. Bei den jüngsten 17 Begegnungen dieser Art standen sie immer auf dem Rasen. Dass letztmals ein Spitzenreiter mit einem Tabellenzweiten die Klingen kreuzte, ohne dass der FCB mitmischte, war im Oktober 2020 der Fall. Damals waren erst drei Spieltage absolviert, und der Rekordmeister hatte sich am 2. Spieltag eine 1:4-Pleite bei der TSG Hoffenheim erlaubt. Der Überraschungszweite aus Augsburg empfing dann am 4. Spieltag den Liga-Primus RB Leipzig und unterlag mit 0:2. Auf die erste Tabellenführung musste der FCA bis zum 2. Spieltag dieser Saison warten.

Die häufigsten Gipfeltreffen ohne Bayern-Beteiligung waren das Duell des Hamburger SV mit Dortmund sowie Kölns Aufeinandertreffen mit Schalke und Gladbach. Je dreimal gab es diese Konstellationen in der Liga-Geschichte. Die letzten Top-Duelle des FC mit den Knappen und den Fohlen liegen aber schon fast 50 Jahre zurück. Der BVB und der HSV hatten ihr letztes Tête-à-Tête auf den Plätzen 1 und 2 im Oktober 1999 beim 1:1. Damals stand Dortmunds Geschäftsführer Sport Lars Ricken noch als Spieler auf dem Rasen. Bei den Rothosen stürmte Anthony Yeboah neben Roy Präger.

In zwei Dritteln der 139 Spitzenspiele war der Rekordmeister mit von der Partie. Die historische Bilanz fällt mit 43 Siegen, 22 Remis und 28 Niederlagen aber nicht so überzeugend aus, wie manch einer vermuten würde. In jüngerer Vergangenheit sieht die Statistik freilich anders aus.

Die einzige Niederlage in den letzten 27 Top-Duellen mussten die Münchner 2023/24 hinnehmen. Damals war Bayer Leverkusen unter Trainer Xabi Alonso das Maß aller Dinge, das bekam auch Taktikfuchs Thomas Tuchel zu spüren. Der 3:0-Erfolg der Werkself am 21. Spieltag jener Saison war eine wahre Machtdemonstration. Das Selbstverständnis der Bayern erschütterte diese aber nur kurzzeitig.

Dortmund zuletzt mit einer Horrorbilanz

Gegen Dortmund präsentierte sich der Abo-Meister in den Topspielen indes jüngst in bestechender Verfassung. Neunmal hintereinander entschied der Branchenprimus zuletzt das Kräftemessen mit dem BVB für sich, wenn beide Klubs auf den ersten beiden Plätzen lagen. Letztmals konnte sich der aktuelle Vizemeister bei der Nullnummer im März 2016 der Übermacht der Bayern erwehren. Damals trainierte Pep Guardiola noch die Bayern und Tuchel den BVB.

Auch die Bilanz der Spitzenreiter gegen ihre Verfolger in den vergangenen Jahren spricht nicht für die Schwarz-Gelben. Nur dreimal in den jüngsten 29 Vergleichen bezwang der Herausforderer den Platzhirsch, dreimal hieß dieser Herausforderer Bayern München.

Der letzte Zweitplatzierte außerhalb Münchens, der einen Tabellenführer besiegte, war der VfL Wolfsburg in der Saison 2014/15. Dank der Doppelpacks von Bas Dost und Kevin De Bruyne fertigten die Niedersachsen den bayerischen Spitzenreiter zum Rückrundenauftakt mit 4:1 ab. Spannung kam in jener Spielzeit dennoch nicht auf, der Vorsprung der Münchner auf die Wölfe betrug trotz der Niederlage noch acht Punkte. Am Saisonende hatte der Rekordmeister den VfL auf zehn Zähler distanziert.

Dass der BVB als Tabellenzweiter den Liga-Primus bezwingen konnte, liegt über zwölf Jahre zurück. Im April 2014 gewann die Borussia unter dem heutigen Bundestrainer Jürgen Klopp mit 3:0 in der Allianz-Arena. Ein Achtungserfolg war das durchaus, die Luft war damals aber schon raus. Der FCB hatte die Meisterschaft bereits drei Wochen zuvor eingetütet und rationierte seine Kräfte für das anstehende Pokal-Halbfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern und das Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid. Die Partie am Samstag hat da für beide Teams ungleich mehr Bedeutung.

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