Nathaniel Brown ist beim FC Bayern angekommen und hat viel vor. Sportvorstand Max Eberl erklärt den Einkauf.
Neuzugang aus Frankfurt erhält die Rückennummer 11
Aus dem Trainingslager des FC Bayern am Tegernsee berichtet Mario Krischel
Die große Begeisterung lässt sich bei Nathaniel Brown nicht immer erkennen, zumindest nicht auf den ersten Blick. Schüchtern wirkt der Linksverteidiger zumeist, zurückhaltend und höflich. Aber wenn man ihn fragt, wie es am Tegernsee so läuft, dann entfährt ihm auch mal ein Lächeln. „Ist schon geil hier“, erzählte Brown am Dienstag nach seiner ersten Trainingseinheit mit den neuen Kollegen.
Für rund 50 Millionen Euro hat der FC Bayern den deutschen WM-Fahrer von Eintracht Frankfurt verpflichtet, Brown wird mit Alphonso Davies in Konkurrenz treten und gemessen an den jüngsten Leistungen auch als Platzhirsch ins Duell gehen. „Ich will einfach zeigen, was ich kann“, sagte er selbst, als er am Mittwochnachmittag im Beisein von Sportvorstand Max Eberl offiziell vorgestellt wurde.
Was er kann, weiß Trainer Vincent Kompany, und das weiß auch Brown selbst. Das „Tempo“ würde der Spieler hervorheben, sein „Gespür für Räume“ ebenso. Was noch nicht so gut läuft, wären laut eigener Aussage das Kopfballspiel und „lange Bälle“. Aber dafür ist mit Kompany ja ein ehemaliger Weltklasse-Verteidiger da, der am Mittwoch im Einzeltraining mit seinen acht anwesenden Abwehrspielern eine „Viererkettenschulung“ hingelegt und immer wieder erklärt hat, welcher Spieler wann wie rauszurücken hat.
„Nene ist der Spieler, dem die Zukunft gehört.“ (Eberl über Neuzugang Brown)
Brown kommt mit der Empfehlung einer – gemessen am deutschen Abschneiden – soliden WM, beim Auftaktspiel gegen Curacao erzielte der gebürtige Bayer sogar sein erstes Länderspieltor. „Jeder hat spätestens bei der WM gesehen, was für Qualitäten Nene hat“, lobt Sportvorstand Eberl und hebt Browns „super spannenden Weg“ über Nürnberg und Frankfurt zum FCB hervor. Die Spielintelligenz, die „unglaubliche Flexibilität“ und „Qualität“ hätten für den Rekordmeister den Ausschlag gegeben, trotz Davies einen neuen, hochverlangten Mann für die linke Abwehrseite hinzuzuholen. „Als sich die Chance aufgetan hat, mussten wir zuschlagen“, erklärt Eberl. „Nene ist der Spieler, dem die Zukunft gehört.“
Was über Hiroki Ito nicht mehr gesagt werden kann. Der Japaner, vor zwei Jahren vom VfB Stuttgart geholt, kam bei Bayern auch aufgrund von drei Mittelfußbrüchen nie über die Rolle des Reservisten hinaus. „Wenn es auf der linken Seite einen Interessenten für einen Spieler von uns gibt, wird man sich damit beschäftigen“, erklärt Eberl, nimmt den Topverdiener Davies aber aus der Rechnung raus. „Wenn es bei Hiro einen Gedanken gäbe, wird man sich damit beschäftigen.“
Brown freut sich derweil auf die „brutale Qualität“ im Bayern-Kader, er selbst soll über die linke Seite mit Luis Diaz wirbeln. Wie das genau aussieht, lässt der 23-Jährige noch offen. Er selbst könne auch gut im Zentrum spielen, die Rolle des Linksverteidigers also ähnlich ausüben wie Tom Bischof, der in der vergangenen Saison immer mal wieder dort eingesprungen war. „Ich fühle mich im Zentrum sehr wohl“, erklärt Brown, der als Kind übrigens nicht in Bayern-Bettwäsche geschlafen hat. Und beim FC Bayern die Rückennummer 11 erhält.

