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Bei Demirovic-Elfer: Warum der VAR nicht vorher eingriff

Ein entscheidendes Spiel um die Königsklasse ohne Schiedsrichterdiskussion? Schwer vorstellbar. Und so drehten sich die Diskussionen nach Stuttgarts 3:1 gegen Leverkusen natürlich auch um die Darbietung des Gespanns – allerdings zu Unrecht, wie man bei näherer Betrachtung feststellen muss.

Zwei Schiri-Entscheidungen im Fokus

Denn in den zwei Szenen, die die Gemüter erregten beim hochverdienten Sieg des VfB Stuttgart über Bayer Leverkusen, lag Robert Schröder (kicker-Note 2,5) jeweils richtig. Wenngleich ein kleiner Beigeschmack bleibt. Aber der Reihe nach.

Trefferbild spricht für Foul Tapsobas an Stiller, aber …

Zunächst forderten die Gastgeber einen Strafstoß, als Angelo Stiller in der Folge einer Hereingabe zu Boden ging, nachdem er von Edmond Tapsoba getroffen wurde (19.). Das Trefferbild mit offener Sohle und die Tatsache, dass der Kontakt oberhalb des Knöchels stattfand, sprechen für ein Foul und sogar eine Rote Karte. Aber: Der Burkiner klärte ganz eindeutig zunächst den Ball. Zudem konnte er Stiller in seinem Rücken nicht sehen und auch die Bewegung – also der Beinschwung nach dem Befreiungsschlag – Tapsobas war absolut natürlich.

  • Einzelkritik: Demirovic exzellent, Tapsoba zeigt nur ein Highlight (k+)

Kniffliger war da schon die Situation vor dem Strafstoß, der zum 2:1 der Stuttgarter durch den an diesem Tag starken Maximilian Mittelstädt führte. Bayer-Coach Kasper Hjulmand kritisierte gar: „Ich sehe klar zwei Foulspiele vor der Entscheidung.“

Der Däne meinte damit Stillers Schubser gegen Exequiel Palacios, der den Stuttgarter im gegnerischen Strafraum in Ballbesitz brachte, und Jeff Chabots Körpereinsatz gegen Patrik Schick, der zum Ballgewinn vor dem Pass in die Tiefe führte, dem die Flanke vorausging, in deren Folge Tapsoba VfB-Stürmer Ermedin Demirovic ziemlich unnötig foulte. Tapsobas Foul am Bosnier ist dabei unstrittig.

Stillers Intensität gegen Palacios spricht eher für Foul

Doch hätte der VAR die Situation vorher unterbinden müssen? Nein, denn: Das Duell zwischen Chabot und Schick war regelkonform, ein harter, aber sauberer Zweikampf um den Ball, bei dem der Tscheche schlicht in der Hoffnung zu Boden geht, einen Freistoß ziehen zu können.

Umstrittener ist da schon der Zweikampf Stiller kontra Palacios. Ob der Intensität und der gestreckten Arme des Stuttgarters sieht es nach einem Foul aus, mutmaßlich hätte sich kein Stuttgarter über einen Pfiff beschwert. Dass der VAR angesichts des rund 15 Sekunden später verursachten Strafstoßes nicht eingreift, ist dennoch korrekt. Denn Stillers Hereingabe klärte Alejandro Grimaldo nach vorne – wo eben Chabot Schick abkochte. Die Spielrichtung wechselte also glasklar, die Situation war abgeschlossen und ist insofern kein Fall für den „Kölner Keller“.

Wenngleich natürlich ein Beigeschmack bleibt, denn: Hätte Stillers Flanke zu einem Treffer geführt, ist es sehr wahrscheinlich, dass der VAR seinen Einsatz gegen Palacios bewertet und ein etwaiges Tor kassiert hätte. So aber schickte der VAR Referee Schröder lediglich zum Studium des Zweikampfs zwischen Tapsoba und Demirovic in die Review-Area, was dann im Elfmeter mündete.

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