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Avdullahu trifft und hadert: „Dachten, das Spiel ist schon zu Ende“

In seinem 35. Bundesligaspiel für Hoffenheim trifft Stratege Leon Avdullahu erstmalig für die TSG und hadert dennoch. Nach der zweiten Niederlage geht er selbstkritisch mit der Einstellung der Mannschaft ins Gericht.

Hoffenheims Sechser stellt die Mentalitätsfrage

Er selbst staunte zunächst am meisten über seinen Abschluss. Kurz schüttelte der Mittelfeldspieler ungläubig seinen Lockenkopf, um dann erst zu realisieren, dass er tatsächlich gerade ein Tor geschossen hatte. Das erste jenseits der Schweiz und damit das erste für die TSG und in der Bundesliga. Oben links war sein Schlenzer eingeschlagen und hatte die TSG gegen den BVB mit 1:0 in Führung geschossen.

Denn es kommt höchst selten vor, dass Leon Avdullahu sich zu einem Torschuss hinreißen lässt. Viel lieber und häufiger täuscht der Sechser einen Schuss nur an, um dann doch den Ball zu einem noch besser platzierten Kollegen weiterzuleiten. „Es ist nicht seine Kernkompetenz“, stellt auch Trainer Christian Ilzer fest, „er leitet oft gefährliche Torsituationen ein und spielt den Assist vor dem Assist. Aber er kommt ja oft in solche Situationen. Da muss man durchaus schießen.“ Gut möglich dass es Avdullahu nach diesem Erfolgserlebnis künftig häufiger probiert.

Großartig freuen konnte er sich freilich nur kurzzeitig. Zu groß war der Frust über das erneut unnötig verlorene Spiel. „Wir sind alle enttäuscht und wissen auch alle, dass viel mehr drin und auch ein Sieg verdient gewesen wäre“, haderte Avdullahu, „bis zur 60. Minute war es ein Topspiel, aber das Spiel dauert 90 Minuten, deswegen müssen wir daraus lernen und bis zum Ende fertig spielen.“

Ilzer: „Leon ist ein Ballmagnet“

In der Ursachenforschung wird der 22-Jährige sehr selbstkritisch und stellt sogar die Mentalitätsfrage: „Ich glaube, wir müssen nach dem 2:0 auch das 3:0 suchen, das Spiel killen und nicht mehr gemütlich werden. Und nicht denken, dass wir schon gewonnen haben, nicht nachlassen und weiterhin Vollgas geben.“

Offensichtlich machte sich innerhalb der Mannschaft auch angesichts der allerdings ungenutzten Großchancen zum 3:0 das trügerische Gefühl der sicheren Überlegenheit breit. Das rächte sich. „Wir dachten, dass das Spiel schon zu Ende ist und wir schon gewonnen haben. Aber gegen Dortmund darfst du das nicht. Das wird direkt bestraft.“ Müdigkeit oder konditionelle Defizite seien dafür auszuschließen. „Ich glaube, das ist eine mentale Frage“, vermutet Avdullahu und schließt sich durchaus mit ein, „wir kamen dann einen Schritt zu spät bei den ersten wie bei den zweiten Bällen.“ Das nutzte der BVB gnadenlos aus.

„Er hat ein super Spiel gemacht“, lobte dennoch Ilzer seinen Strategen. „Er hat auch die schwierige Aufgabe, Beier zu kontrollieren, angenommen und immer wieder Bälle gut aus dem Druck rausgebracht.“ Nur ein Manko hat der Trainer noch anzumerken. „Leon ist ein Ballmagnet, der Spieler, der immer den Ball haben will. Aber er muss auch wissen, dass es manchmal besser ist, man überspielt ihn und er ist dann im Anschluss wieder dabei“, erläutert der 48-Jährige und erinnert „an die Kerze bei Rückpass auf Oliver Baumann, mit der er uns in Bedrängnis bringt. Aber das ist ein Prozess, an dem wir arbeiten.“

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