Zwei Siege in Folge. Das Lazarett lichtet sich. Bei der Borussia wächst vor dem wegweisenden Heimspiel der Optimismus.
Rückkehr von Itakura und Castrop nur der Anfang
Endlich wieder Siege erklären. Rouven Schröder könnte sich daran gewöhnen nach vielen schwierigen Wochen und reichlich Kritik. Der Sieg gegen den Karlsruher SC im DFB-Pokal kurz nach dem Überraschungserfolg beim VfB Stuttgart befeuert bei der Borussia den Glauben daran, sich auf dem richtigen Weg zu befinden. Vor allem, weil der Aufschwung von einem immer stärker werdenden Kollektiv getragen wird.
Nach dem höchst laufintensiven Kraftakt in Stuttgart (128 Kilometer Laufleistung) überstand die Mannschaft gegen den KSC die lange Zeit in Unterzahl nach der Roten Karte für Philipp Sander. „Widerstände angehen und Widerstände überwinden – das ist bei uns das Credo“, sagte Schröder nach dem 2:0 und lobte die Entwicklung, die die Mannschaft gerade nimmt. „In Unterzahl wurde das Spiel für uns zu einer Art Teambuilding. Dabei haben wir es bis zum Schluss sehr diszipliniert durchgezogen.“
Blessin sieht „die Basics gesetzt“
Die mannschaftliche Geschlossenheit soll auch im wegweisenden Heimspiel gegen den SC Paderborn zum Trumpf werden. Mit drei Punkten gegen den Aufsteiger könnte das Team von Trainer Alexander Blessin den Anschluss an die anderen Mannschaften im Tabellenkeller herstellen.
„Wir haben die Basics jetzt gesetzt. Das muss dann aber auch die Benchmark sein. Darunter können wir uns nicht bewegen“, sagte Blessin und blickte auf den Samstag. „Jetzt denken vielleicht einige, wir müssten den Aufsteiger wegfiedeln, aber so läuft es nicht“, warnte Blessin. „Das ist eine eingespielte Mannschaft, die fünf Punkte mehr hat als wir. Wir wollen gewinnen. Aber das wird wieder ein hartes Stück Arbeit.“
Zum Optimismus trägt neben den Fortschritten auf dem Rasen bei, dass nach und nach auch die Verletzten zurückkehren. Ko Itakura feierte im Pokal nach einem Muskelfaserriss sein Comeback. Jens Castrop saß immerhin wieder auf der Bank nach einer Schulteroperation. „Das Feld lichtet sich. Das gibt mir auch weitere Möglichkeiten, wieder richtig nachzulegen“, sagte Blessin. Gegen Paderborn darf der VfL-Coach wahrscheinlich weitere Rückkehrer begrüßen.
Isac Lidberg (Muskelverletzung) und Franck Honorat (Muskelfaserriss) stehen in den Startlöchern, auch Kevin Diks (persönliche Gründe) und Nicolas Kühn (Muskelbündelriss) sollten zeitnah wieder eingreifen können. „Das Gute an den vielen Ausfällen war, dass die Jungs sich jetzt beweisen konnten. Und dass diejenigen, die jetzt zurückkehren, sich wieder richtig reinarbeiten müssen“, sagte Schröder. Der Konkurrenzkampf würde neu entfacht, freut sich Gladbachs Sportchef: „Es bekommt niemand eine Freikarte, um in der Bundesliga spielen zu dürfen.“

