Eintracht Frankfurt arbeitet nach der Trennung von Sportvorstand Markus Krösche mit Hochdruck an einer personellen Neuausrichtung. Im Gespräch ist auch Johannes Spors, der als Technischer Direktor beim englischen Zweitligisten FC Southampton arbeitet.
Technischer Direktor bei Southampton
In den Tagen nach dem Aus von Sportvorstand Markus Krösche wird immer deutlicher, dass die Eintracht ihre Fühler in den vergangenen Wochen in verschiedene Richtungen ausgestreckt und bereits Gespräche mit mehreren potenziellen Nachfolgern geführt hat.
Nach kicker-Recherchen gab es auch Kontakt zu Johannes Spors, der seit Februar 2025 als Technischer Direktor beim englischen Zweitligisten FC Southampton tätig ist. In Deutschland arbeitete der international bestens vernetzte 44-Jährige für die TSG Hoffenheim, RB Leipzig und den HSV, im Ausland war er unter anderem für Vereine in Italien, Belgien, Australien, Frankreich und den Niederlanden zuständig. Mit Southampton stand Spors im vergangenen Sommer vor dem Aufstieg in die Premier League, doch dann kam die „Spionage-Affäre“ um den deutschen Trainer Tonda Eckert dazwischen.
Ob Spors tatsächlich vor einer Rückkehr nach Deutschland steht, bleibt abzuwarten. Welche Lösung der dreiköpfige Hauptausschuss des Aufsichtsrats der Eintracht Frankfurt Fußball AG präferiert, ist nicht bekannt. Es ist davon auszugehen, dass auch Vorstandsvorsitzender Axel Hellmann bei der Frage nach dem Krösche-Nachfolger ein gewichtiges Wort mitreden wird. Die Entscheidung für die Besetzung des Vorstandspostens obliegt aber dem Aufsichtsrat.
Schäfer ein Thema – Hardung-Zukunft ungewiss
Ein Thema ist nach kicker-Informationen auch der Leipziger Geschäftsführer Sport Marcel Schäfer. Der Name wurde schon 2021 gehandelt, als der damalige Frankfurter Sportvorstand Fredi Bobic zu Hertha BSC gewechselt war. Über Christoph Spycher (BSC Young Boys) wurde seinerzeit ebenfalls diskutiert, der frühere Eintracht-Kapitän stand aus familiären Gründen aber nicht zur Verfügung. Zu Wochenbeginn hielt er sich auf kicker-Nachfrage bedeckt. Zu Spekulationen wolle er sich nicht äußern. Ein Dementi war das nicht. Laut der Schweizer Zeitung Blick bleibt Spycher aber bei YB.
Der ebenfalls medial gehandelte Nürnberger Sportvorstand Joti Chatzialexiou versicherte gegenüber dem kicker glaubhaft, dass er von der Eintracht bislang nicht kontaktiert wurde. Es bleibt also spannend in Frankfurt – auch in Hinblick auf mögliche weitere Neubesetzungen. Der Verbleib von Sportdirektor Timmo Hardung ist ungewiss, auch in der medizinischen Abteilung und im Nachwuchsleistungszentrum könnte es zu personellen Veränderungen kommen.
Angestellte zu viel im Homeoffice?
Intern steht nach kicker-Informationen der Vorwurf im Raum, dass einige leitende Angestellte zu viel im Homeoffice arbeiten und zu wenig Präsenz vor Ort zeigen. Dazu passt, dass der Vorstandsvorsitzende Hellmann schon im vergangenen Dezember öffentlich eine Wohlfühloase anprangerte.

