Zum Schluss hatte Pavel Kaderabek (33) noch mal aufgedreht und zweimal getroffen. Doch der auslaufende Vertrag bei der TSG Hoffenheim wird nicht verlängert.
Baumanns Wunsch nicht erhört – Tscheche geht nach zehn Jahren
Am Samstag hatte sich Oliver Baumann extra noch mal stark gemacht für den langjährigen und beliebten Kollegen. „Ich wünsche mir, dass Pavel bleibt, er ist leistungs- und kabinentechnisch so wichtig“, versicherte der TSG-Kapitän. „Das ist mein persönlicher Wunsch, aber es liegt nicht in meiner Hand.“
- „Müssen kleiner werden“: Hoffenheim sortiert kräftig aus
Das stimmt. Und die Verantwortlichen entschieden anders. Der Vertrag von Pavel Kaderabek wird nach insgesamt zehn Jahren bei der TSG nicht mehr verlängert und der mittlerweile 33-jährige Tscheche Hoffenheim und den Kraichgau verlassen.
Das ist ein echter Einschnitt und ein Beleg dafür, dass die Bosse gewillt und entschlossen sind, nach all den Veränderungen auf allen Führungsebenen und der strategischen Zeitenwende im engeren Umfeld im Umgang mit Berater Roger Wittmann auch im Kader eine personelle Zeitenwende einzuläuten.
„Pavel ist eine außergewöhnliche Persönlichkeit und wir alle wissen um seine großen Verdienste für die TSG Hoffenheim“, sagt Sportgeschäftsführer Andreas Schicker, „er hat in Hoffenheim eine Ära geprägt, der TSG sportlich seinen Stempel aufgedrückt und sich bei den Hoffenheim-Fans dank seines offenen und herzlichen Charakters einen Legendenstatus erarbeitet. Das ist nicht selbstverständlich und zeigt, welchen Stellenwert Pavel hier im Verein und dem gesamten Kraichgau hat.“ Die Tür bei der TSG werde Kaderabek „immer offenstehen und wir würden uns alle sehr freuen, ihn nach seiner aktiven Karriere wieder in einer anderen Rolle hier bei uns in Hoffenheim begrüßen zu dürfen“.
Verabschiedung wird nachgeholt
Weiter bedauerten die Kraichgauer, dass aufgrund der unsicheren, sportlichen Situation im Kampf um den Klassenerhalt „keine angemessene Verabschiedung möglich“ gewesen sei. „Aber natürlich haben wir gemeinsam mit Pavel vereinbart, dass er sich in der kommenden Saison bei einem Heimspiel noch gebührend und vor allem einem Spieler wie ihm angemessen von den TSG-Fans verabschieden kann und wird.“
Natürlich hatte sich beim laufintensiven und dynamischen Spielstil Kaderabeks das fortgeschrittene Alter bemerkbar gemacht. Dennoch hatte der Routinier auch in der abgelaufenen Saison insgesamt 31 Einsätze in drei Wettbewerben verbucht und in der finalen Saisonphase sogar noch einen persönlichen Endspurt hingelegt. Denn angesichts des Schlüsselbeinbruches von Konkurrent Valentin Gendrey war Kaderabek plötzlich wieder gefordert, und der einstige Nationalspieler Tschechiens (48 Länderspiele/3 Tore) lieferte.
Kaderabek hätte gerne weitergemacht
„Nach unglaublichen zehn Jahren geht meine Reise hier bei der TSG nun zu Ende – und das ist wirklich wahnsinnig emotional für mich“, kommentiert Kaderabek seinen Abschied von der TSG. „Ich hätte wirklich sehr gerne noch weiter für Hoffenheim gespielt, aber der Verein plant auf meiner Position leider anders. Ich habe die Zeit hier unglaublich genossen und dieser Verein wird für immer in meinem Herzen bleiben.
In seinen letzten vier Spielen für die TSG traf der rechte Außenbahnspieler gleich zweimal, es waren seine einzigen Saisontreffer und die letzten für die TSG. Kaderabek, der 2015 für 3,5 Millionen Euro von Sparta Prag geholt worden war, absolvierte insgesamt 287 Pflichtspiele für Hoffenheim (19 Tore). Ob und wo Kaderabek seine Karriere fortsetzen wird, ist noch offen.

