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„An welchem Fußballer gehen solche Phasen spurlos vorbei?“

Neun torlose Spiele, dazu mehrere vergebene Hochkaräter: Justin Njinmah spricht über die Flaute, die Befreiung – und das Signal an den Trainer: „Ich kann Stürmer spielen.“

Njinmah warb um Vertrauen bei Thioune

Wie dieser Treffer zum 1:0-Auswärtssieg beim VfL Wolfsburg gefallen war, das ist Justin Njinmah noch immer völlig irrelevant. Abgefälschte Vorlage von Felix Agu, abgefälschter Abschluss, Innenpfosten – „mir ist das komplett egal, so lange der Ball am Ende drin ist“, so der 25-Jährige, der ansonsten auch einräumte, „kein so sonderlich gutes Spiel“ gezeigt zu haben.

Vielleicht musste es ja aber auch auf so eine kuriose Art und Weise, sowie begünstigt von etwas „Glück“ passieren, dass Njinmah die Durststrecke von zuvor neun torlosen Spielen am vergangenen Samstag beim so wichtigen Duell mit einem Konkurrenten um den Klassenerhalt beendete.

Denn in jenen Wochen ohne Erfolgserlebnis hatte der Werder-Offensivmann so einige Hochkaräter liegen lassen. Was auch Auswirkungen auf Njinmah gehabt hatte, wie der Bremer erklärte: „An welchem Fußballer gehen solche Phasen spurlos vorbei?“

Torflaute? „An mir selbst nagt das am meisten“

Es sei genug über diese Flaute geschrieben worden, über die vergebenen Hochkaräter – deren sich auch Njinmah bewusst ist: „Es wäre auch schade, wenn das nicht an mir nagt – wenn ich statt fünf Toren jetzt schon zehn haben könnte. Es ist mein Anspruch, mehr Chancen zu nutzen. An mir selbst nagt das am meisten.“

Und doch sei das „das Letzte, was man dann machen sollte“, so der Werder-Angreifer, „anfangen, an sich selbst zu zweifeln“. Insofern wolle er aus seinem Treffer in Wolfsburg nun auch „einen kleinen Push ziehen“, erklärte er: „Für mich persönlich war es natürlich wichtig. Da fällt einem ein Stein von Herzen.“

Und indem sich Njinmah nun als entscheidender Torschütze zurückmeldete, sorgte er nun auch dafür, dass Werder den Punktevorsprung auf den VfL und den direkten Abstiegsplatz 17 auf vorerst beruhigende sieben Punkte ausbaute.

Trotzdem will der Angreifer von einer Weichenstellung in Richtung Klassenerhalt noch nicht viel wissen: „Man ist jetzt erleichtert, aber so richtig runterkommen? Es ist jetzt auch nicht alles wunderschön bei uns – wir wissen die Situation schon einzuordnen.“

Für dieses Fernziel hat der vielseitig einsetzbare Offensivspieler jüngst auch unterschiedliche Rollen einnehmen müssen. Unter Werder-Coach Daniel Thioune wurde er in dessen zweitem und drittem Spiel zunächst als Schienenspieler („Dass das grundsätzlich nicht meine Position ist, hat dann auch der Trainer relativ schnell erkannt“) in einer Fünferkette aufgeboten, anschließend als Joker – und nun in der Sturmspitze.

Njinmah: „Ich bin am liebsten Stürmer“

Dort sind die Bremer Probleme in dieser Saison offenkundig am allergrößten, und Njinmah selbst, oftmals auch als offensiver Außenstürmer aufgeboten, sieht in dieser Rolle gar seine favorisierte, wie er auch Coach Thioune wissen ließ: „Ich bin am liebsten Stürmer. Auf dieser Position fühle ich mich am wohlsten.“

Und gerade vor dem Wolfsburg-Spiel sei dieses Thema noch mal aufgekommen zwischen dem Trainer und dem Profi, „weil er mich eher auf dem Flügel gesehen hat“, wie Njinmah berichtet: „Ich habe zu ihm gesagt: Vertrau mir, ich kann Stürmer spielen.“ Nach der Partie gab es dann vorerst keine weiteren Einwände von Thioune.

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