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Am Tischtuch wurde gezerrt, es aber nicht zerrissen

Die Causa Thomas Müller war brisant. Ein so verdienter Spieler, eine lebende Klub-Legende, hat einen großen und würdigen Abschied verdient. Jetzt haben sich der FC Bayern und der 35-Jährige auf ein Szenario ohne Verlierer geeinigt. Fußballdeutschland wird ihn vermissen. Ein Kommentar von kicker-Reporter Georg Holzner.

Kommentar zum Müller-Abschied

Die Tendenz, dass Thomas Müller in der neuen Saison kein Bayern-Trikot mehr tragen werde, zeichnete sich bereits Ende Januar, Anfang Februar ab. Gewissheit herrscht allerdings erst seit diesem Freitag. Nachdem erste Sondierungen nicht wie gewünscht verliefen, hatte sich Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen des Falls Müller angenommen.

In diesen Unterhaltungen ging es allen voran um eines: Es braucht eine Lösung, mit der beide Seiten einverstanden sind. Es soll keine Verlierer geben.

Müller darf noch mit zur Klub-WM

Und das ist jetzt geschehen. Müller und CEO Dreesen sprachen am Mittwoch und am Donnerstag noch einmal. Und sie fanden einen Konsens, einigten sich darauf, dass für den 35-Jährigen nach dem letzten Pflichtspiel des FC Bayern dieser Saison Schluss ist. Das bedeutet: Müller, dessen Vertrag am 30. Juni 2025 ausläuft, erhält noch einen neuen Mini-Vertrag, der gewährleistet, dass er die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft in den USA bis zu einem möglichen Finale spielen dürfte (13. Juli). Danach wird er den FC Bayern, zumindest als Spieler, durch das ganz große Tor, inklusive Abschlussspiel, verlassen.

Wie schon auf der Zielgeraden bei den Verhandlungen bezüglich der Vertragsverlängerung mit Jamal Musiala hat Vorstandschef Dreesen auch bei Müller die Verantwortung übernommen. Mit dem Resultat, dass es ein Abschied wird, bei dem sich alle Beteiligten in die Augen schauen können.

Alle Türen stehen offen

Selbst, wenn Müller gerne noch ein Jahr weitergemacht hätte, gibt es in dieser Causa nach den jüngsten Gesprächen keinen Verlierer mehr. Alles andere wäre angesichts des Stellenwerts dieser lebenden Bayern-Legende ein Desaster gewesen.

Müller stehen beim deutschen Rekordmeister alle Türen für eine Rückkehr offen. Zwar wurde zwischenzeitlich arg am Tischtuch gezerrt, zerrissen aber wurde es nicht. Vor allem deshalb, weil CEO Dreesen dem bayerischen Rekordspieler – auch ohne Anschlussvertrag für die neue Saison 2025/26 – mit allerhöchster Wertschätzung entgegentrat.

Klar ist aber auch: Müller wird den Münchnern, unabhängig von seinem sportlichen Mehrwert, auf dem Trainingsplatz und in der Kabine fehlen. Genauso als Sprachrohr in den Medien, als Außenminister sozusagen. „Einer wie keiner“ heißt seine Dokumentation auf Prime. Der Titel trifft es auf den Punkt. Müller ist ein Unikat, das nicht nur der FCB, sondern auch die Liga, ganz Fußball-Deutschland, auf und/oder neben dem Platz vermissen wird.

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