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Von „nicht gefestigt“ bis „zu lieb“: So erklärt Union das Bayern-Debakel

Sieben Gegentore, viele Fragen: Union Berlins Kapitän Christopher Trimmel und Trainer Mauro Lustrinelli suchten nach Antworten. Irgendwo zwischen Bayerns Dominanz und dem eigenen Unvermögen lag die Wahrheit.

FCU kassiert zu viele Gegentore

Mit einem kleinen Lächeln beim Interview zu erscheinen, ist nach einer 0:7-Packung in München unüblich. Union-Kapitän Christopher Trimmel grinste am Sky-Mikrofon aber nicht, weil er das Ganze so lustig fand, sondern schlicht als Ausdruck seines Respekts für die Münchner Vorstellung am Freitagabend. Auf X schrieben die Eisernen etwa vom „abgehakten Zahnarztbesuch“.

Bei allem Humor musste natürlich auch über den Ernst der Lage gesprochen werden – und das tat Trimmel in der Art und Weise, in der man es von einem Kapitän erwartet. Schnell setzte beim Österreicher eine recht ernste Miene ein, ehe er einen realistischen Blick auf die Dinge richtete: „Ich könnte jetzt eine lange Analyse machen, aber am Ende haben sie auch gegen gefestigte Mannschaften wie Stuttgart oder Bodö fünf Hütten geschossen. Und wir sind nicht gefestigt, das muss man so ehrlich sagen“, sprach Trimmel das Offensichtliche aus.

Trimmel macht vor allem das Defensivverhalten als Problem aus

„Wir haben unsere Probleme, wir sind noch in der Findungsphase“, suchte der 39-Jährige nach Erklärungen für den misslungenen Saisonstart. „In München bist du einfach chancenlos.“ Doch auch in den vorherigen Wochen war den Köpenickern wenig gelungen, lediglich beim 3:3 gegen Frankfurt am 1. Spieltag sprang am Ende ein Punkt heraus.

„Die Art und Weise hat natürlich nicht gepasst.“ Zwar habe seine Mannschaft „echt versucht, die Bayern von der Box wegzuhalten, dann machen sie halt Weitschuss-Tore“, haderte Trimmel und nannte das Hauptproblem beim Namen: „Defensivverhalten. Wir bekommen zu viele Tore und wir lassen zu viel zu. Wir müssen stabiler werden, das muss besser harmonieren.“

Trainer Mauro Lustrinelli sprach später etwa davon, dass seine Mannschaft nach der Pause „den Fokus verloren“ habe und sich zu viele „individuelle Fehler“ leistete. Jene Aktionen wie Manuel Neuers Monstergrätsche, als der Bayern-Keeper weit vor seinem Kasten einen Angriff gegen Woo-Yeong Jeong vorzeitig unterband, würde er sich auch von seinen Spielern wünschen. Nicht genau in dieser Art und Weise, der Schweizer meint in diesem Beispiel hauptsächlich die Härte: „Wir sind zu lieb.“

Vielleicht kommt die dreiwöchige Länderspielpause ja genau gelegen für den 1. FCU. Denn am 10. Oktober (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) „haben wir ein ganz, ganz wichtiges Spiel gegen Elversberg zuhause. Wir müssen mit dem Punktesammeln beginnen“, forderte Trimmel. Lustrinelli ahnte vor allem, dass die freien Tage „für den Kopf wichtig“ werden könnten. Im Oktober zählt es jedenfalls für Union.

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