Vor drei Wochen stieß Patson Daka als Wundertüte zum HSV. Weil seine bisherige Vita zwar Höhen aufweist, insbesondere das letzte Jahr aber ein gewaltiges Tief mit dem Abstieg in die englische Drittklassigkeit mit Leicester City bedeutete. Sein Start ist viel versprechend.
HSV-Angreifer überzeugt mit Blitzstart
Der Plan von Merlin Polzin für die bevorstehende Generalprobe am Samstagabend steht. In der bisherigen Vorbereitung hat Hamburgs Trainer die Spielzeit unter seinen Profis gleichmäßig verteilt, in Toulouse soll es klare Hinweise auf die Startelf zum Pflichtspielauftakt im Pokal beim SC Verl geben. Patson Daka dürfte dann eine Hauptrolle zukommen.
Sogar Konkurrent Poulsen lobt den Neuling aus Sambia
Während des zweiten Trainingslagers in Längenfeld ist der 27-jährige Angreifer dazugestoßen. Seitdem sind drei Wochen und drei Testspiele vergangen, in denen Daka immer als erster Einwechselspieler für Yussuf Poulsen kam. Am vergangenen Samstag gegen Lille (2:2) hat er erstmals nicht getroffen und dennoch abermals nachgewiesen, wie belebend er für die HSV-Offensive ist – obwohl ihm nach seinem Vertragsende bei Leicester City gegenüber den neuen Kollegen rund zwei Wochen Vorbereitungszeit fehlen.
„Patson“, sagt Polzin, der in den Gesprächen über eine Vertragsverlängerung erwartungsgemäß auf die Zielgeraden zusteuert, „ist jetzt schon total wichtig für unser Spiel. Er setzt genau das um, was wir in der Analyse innerhalb unseres Trainerteams für uns als elementar herausgearbeitet haben.“ Der Coach geht in seiner Analyse auch ins Detail. „Er ist ein Spieler, der Bock hat, dem Ball hinterher zu jagen und dadurch auch die Mannschaft mitreißt.“
„… weil er Räume aufreißt und selbst torgefährlich wird“
Gleichzeitig sieht er den Sambier jedoch ausdrücklich nicht nur als Anläufer: „Er hilft uns auch bei eigenem Ballbesitz mit seinem Tempo und seinem Tiefgang, weil er Räume aufreißt und selbst torgefährlich wird.“ Polzin konstatiert daher: „Patson ist ein absoluter Gewinn, weil er die Art und Weise verkörpert, wie wir in der neuen Saison spielen wollen.“
Diesem Urteil schließt sich auch Sturmrivale Poulsen an. Der Däne kommt bislang gut durch die bisherige Vorbereitung, hat bisher jedes Testspiel begonnen, bei völliger Fitness aber wird Daka, Stand jetzt, in der Stürmer-Hierarchie vor ihm angesiedelt sein. „Ich sehe Patson nicht als Konkurrenten, sondern als Mitspieler“, erklärt der Däne. Auch ohne Kapitänsbinde bleibt der 33-Jährige ein Führungsspieler, der das große Ganze im Blick hat und sagt: „Patson bringt uns als Mannschaft nach vorn, hat viel Speed, strahlt Torgefährlichkeit aus. Er ist ein richtig guter Zusatz für unseren Kader.“
Daka erweist sich schnell als Gewinn zum Nulltarif – und könnte selbst zum großen Gewinner werden. Nach dem Knick in der so hoffnungsvoll gestarteten Laufbahn hat er sich aus der Vertragslosigkeit heraus bewusst für das Risiko eines Ein-Jahres-Vertrages entschieden, um in einer großen Liga die Karriere wieder in Schwung zu bringen. „Einen besseren Start“, sagt er selbst, „hätte ich mir in Hamburg nicht wünschen können.“

