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Kritische Untertöne: Badés schwieriger zweiter Anlauf

Sein Start war eindrucksvoll, die zweite Hälfte der Vorsaison für ihn kompliziert. Jetzt nimmt Loic Badé einen zweiten Anlauf bei Bayer 04. Und lässt zu Martinez-Vorgänger Kasper Hjulmand kritische Untertöne vernehmen.

Leverkusens Verteidiger will vom Trainerwechsel profitieren

Loic Badé ist ein freundlicher Zeitgenosse. Keiner, der in Leverkusen dadurch auffällt, öffentlich kontroverse Thesen in den Raum zu werfen. Beim 26-Jährigen ist also auf die Untertöne zu achten. Davon gab es jetzt den einen oder anderen zu vernehmen.

„Was den ersten Eindruck vom Trainer angeht“, erklärte der Franzose zu Carles Martinez, „läuft alles gut: Wir trainieren viel und wir trainieren gut.“ Eine Aussage, die banal erscheint, aber an Kraft gewinnt, wenn man Badés Sätze dazu packt, was sich im Vergleich zu Bayers enttäuschender Vorsaison ändern müsse.

„Das war die Entscheidung des Trainers. Deshalb hoffe ich, dass ich in dieser Saison mehr zum Einsatz komme.“ (Loic Badé)

„Jeder kann auf dem Platz noch mehr leisten, und deshalb muss sich jeder ein bisschen mehr ins Zeug legen“, formulierte Badé seine Kritik, die zum Fakt passt, dass sich das Trainingsniveau unter Martinez-Vorgänger Kasper Hjulmand nicht mehr auf dem unter Erfolgstrainer Xabi Alonso bewegte.

Auch Badés Erklärung, warum er besonders zum Ende der Saison kaum mehr gespielt habe, ist als Kritik an Hjulmand zu werten. „Das“, sagt er, „war die Entscheidung des Trainers. Deshalb hoffe ich, dass ich in dieser Saison mehr zum Einsatz komme.“

Unter Martinez wird es nicht zwingend einfacher

Wie andere in Frankreich sozialisierte Spieler im Kader hatte Badé unter Hjulmand einen schweren Stand. Nicht umsonst lobte Geschäftsführer Simon Rolfes bei der Vorstellung des aus Toulouse gekommenen Martinez dessen „Gespür für französische Spieler“. So verlor der damals aus einer Verletzung zurückgekehrte Badé Mitte April nach starker Leistung in Dortmund (1:0; kicker-Note 2) und solidem Auftritt gegen Augsburg (1:2; Note 3) seinen Startelfplatz und kam in den restlichen vier Spielen nur sechs Minuten zum Einsatz.

Doch unter Martinez wird es für den technisch starken Rechtsfüßer nicht zwingend einfacher. Schließlich deutet alles darauf hin, dass der Spanier auf eine Vierer- statt der bisherigen Dreierkette setzt. Die Systematik ist für den vom FC Sevilla gekommenen Badé („In Spanien war ich mal mit drei, mal mit vier unterwegs. Für mich ist also alles gut“) egal.

Numerisch bleibt seine Perspektive gleich. Zwar ist in einer Viererkette ein Platz weniger für einen Innenverteidiger. Andererseits ist der bisherige Abwehrchef Robert Andrich, der nun im ersten Test wieder im Mittelfeld eingesetzt wurde, dann kein Kandidat mehr für die Kette.

Doch in dieser ist Edmond Tapsoba gesetzt. Auch Jarell Quansah rangiert vor Badé. Für diesen wird der zweite Anlauf also nicht einfacher. Wobei Bayer einen starken Badé wie bei seinem Startelf-Debüt gegen Frankfurt am 3. Spieltag der Vorsaison (kicker-Note 2), als er direkt als Leader auftrat, gut brauchen könnte. Schließlich ist nach Alejandro Grimaldos Abschied die Riege der Anführer weiter geschrumpft.

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