Hans-Joachim Watzke will Präsident von Borussia Dortmund werden. Dem BVB steht damit ein langer Wahlkampf bevor.
Dortmund vor Showdown
Bei Borussia Dortmund kommt es zum Zweikampf um das Amt des Präsidenten. Hans-Joachim Watzke hat offiziell seine Kandidatur angekündigt und wird damit Amtsinhaber Reinhold Lunow herausfordern, der überraschend erklärt hatte, erneut kandidieren zu wollen.
Watzke-Ankündigung an Lunows Geburtstag
„Bei unserer nächsten Mitgliederversammlung stelle ich mich zur Wahl als Präsident von Borussia Dortmund. Damit folge ich der Bitte der Gremien des BVB“, sagt Watzke in einer Stellungnahme am Mittwoch – dem 72. Geburtstag Lunows. Der sechs Jahre jüngere Watzke, der derzeit noch Geschäftsführer der ausgegliederten BVB-Kapitalgesellschaft ist und sich von diesem Posten im Herbst zurückziehen wird, hatte nach Lunows Ankündigung seine eigene Kandidatur zuletzt offen gelassen.
„Es wäre mir eine Ehre, wenn ich nach 20 Jahren operativer Tätigkeit unseren Verein in diesem wichtigen Amt weiterhin unterstützen könnte“, betont Watzke. „Reinhold Lunow habe ich meine Entscheidung in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt.“
Bis zur Mitgliederversammlung im November steht dem BVB damit ein monatelanger Wahlkampf bevor. Lunow hatte sich bereits offen für einen Zweikampf mit Watzke gezeigt. „Es kann doch nicht schaden, wenn man eine wirkliche Wahl hat“, befand der promovierte Mediziner bei schwatzgelb. „Wenn es mit Aki Watzke und mir vielleicht auch zwei verschiedene Entwürfe gibt, dann ist das doch absolut in Ordnung.“ Das könne für den BVB nur gut sein.
Watzke wurde von Lunows Kandidatur überrascht
Lunow ist seit November 2022 im Amt. Damals war er auf Reinhard Rauball gefolgt, der 18 Jahre lang an der Spitze des Klubs gestanden hatte. Watzke war von Lunows erneuter Kandidatur überrascht worden – „weil es anders besprochen war“, wie er im Juni im kicker erklärte. „Aber das kann er ja machen, es ist sein gutes Recht. Ich werde über Reinhold Lunow kein schlechtes Wort verlieren, wir waren über viele Jahre befreundet.“
Zugute könnte Watzke kommen, dass es bei der Mitgliederversammlung erstmals eine Hybridabstimmung geben wird. Bislang wurde der Präsident in Präsenz gewählt. Künftig sind alle Vereinsmitglieder, die notwendige Kriterien erfüllen, abstimmungsberechtigt – und nicht nur jene, die am Termin Ende November in der Westfalenhalle teilnehmen. Lunow weiß Teile der aktiven Fanszene hinter sich, die bei einer Präsenzveranstaltung signifikanten Einfluss hätten ausüben können.

