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Zentner: „Wir haben uns wie eine Schulmannschaft verkauft“

Das hatten sich die Mainzer anders vorgestellt: Nach einer aus ihrer Sicht katastrophalen englischen Woche stehen die Rheinhessen ziemlich blank da – und zugleich ratlos wie auch sauer.

Mainzer sprechen von Kopfproblem

In der ersten Halbzeit in Elversberg kam der Mainzer Auftritt einer Bankrotterklärung gleich. „Wir haben in der ersten Halbzeit nicht dagegenhalten können, haben keine Bälle festgemacht und hinten keine Zweikämpfe gewonnen“, fasste Torhüter Robin Zentner nach dem 4:1 bei Sky zusammen und meinte klipp und klar, dass es von den 05ern „in so vielen Bereichen viel zu wenig war. Wir haben es uns anders vorgestellt, ich kann es mir nicht erklären. Uns fehlt das Selbstvertrauen – und das hat man gesehen. Wir sind eine gestandene Bundesliga-Mannschaft und haben uns wie eine Schulmannschaft verkauft.“

Sportdirektor Niko Bungert hatte auch keine Antwort auf den blutleeren Auftritt des FSV parat, eins war für ihn aber klar. „Wenn wir innerhalb von sechs Tagen drei Spiele verlieren, dann braucht man das nicht im Detail mannschaftstaktisch analysieren“, sagte er auch mit Blick auf das Pokal-Aus in Bochum (0:2).

„Wenn man das Spiel heute und das in Bochum sieht, dann war es ein Kopfproblem. Ich weiß nicht, wo das herkommt – komplett ohne Not. Wir waren in einer relativ komfortablen Situation, hatten nach einem guten Saisonstart eine gute Ausgangssituation und hätten mit einem guten Selbstbewusstsein diese Woche bestreiten können.“ Doch dann kam es anders, sodass Bungert feststellte: „Wie wir in die letzten zwei Spiele gegangen sind, ist für mich sehr enttäuschend.“

Fischer muss sich zurückhalten

Trainer Urs Fischer äußerte sich mit Bedacht. „Nach einem solchen Spiel muss man vorsichtig sein, dass man nichts Falsches sagt. Eine Nacht darüber zu schlafen und sich das Spiel noch einmal anzuschauen, wird helfen. Mir fehlen die Worte.“ Ein Kopfproblem wollte der Schweizer nicht ausschließen: „Es sieht ein bisschen so aus. Wir haben falsche Entscheidungen getroffen, Fehler gemacht und dann kommt auch der Spielverlauf dazu, es wiederholt sich, man liegt wieder früh zurück. Das ist dann schon eine Kopfsache.“

Immerhin lobte Fischer die Leistung in der zweiten Hälfte. „In der haben wir ein Gesicht gezeigt, dass man akzeptieren kann.“ Am Ende aber stand ein deutliches 1:4.

„Was soll man sagen, es war gerechtfertigt. Wir haben es geschafft, alles, was wir uns zuvor erarbeitet haben, komplett zu verspielen. Speziell in der ersten Halbzeit waren wir zu ängstlich, hatten zu wenig Mut“, merkte ein fast schon resignierter Danny da Costa an und rätselte selbst über den Leistungseinbruch. „Es ist ja nicht so, dass wir das Fußballspielen verlernt haben. Aber Fakt ist: Wir trauen uns nicht mehr genügend zu.“

Was bleibt? Auf jeden Fall ein schlechtes Gefühl, wie Zentner zugab. „Es ist ein harter Schlag, und das fühlt sich beschissen an. Wir können es aber nicht mehr ändern, müssen es verdauen und nach vorn schauen“, so der Torhüter, wohl wissend, dass der kommende Gegner Bayern München ist. So kurz nach Abpfiff fiel es ihm aber „schon sehr schwer, den Blick auf Bayern zu richten“.

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