Der VfL Wolfsburg plant seine Zukunft losgelöst davon, ob er in der kommenden Saison in der 1. oder 2. Liga spielt. Nach kicker-Informationen bemühen sich die Niedersachsen dabei um St. Paulis Innenverteidiger Hauke Wahl.
Der VfL und seine Innenverteidigung
Wenn er fit ist, dann spielt er auch: Hauke Wahl hat beim FC St. Pauli den Status des unumstrittenen Stammspielers. 26-mal stand der Innenverteidiger in dieser Saison in der Startelf, 25-mal spielte er dabei über die volle Distanz, drei Spiele verpasste der Ex-Kieler wegen einer Innenbandzerrung, einmal fehlte er krank. Stabilität und Verlässlichkeit, die den Führungsspieler auch für andere Klubs interessant machen: Nach kicker-Informationen bemüht sich der VfL Wolfsburg um Wahl.
Die Niedersachsen haben zwar stolze sieben Innenverteidiger unter Vertrag, die Reihen werden sich aber nach der Saison losgelöst vom Ausgang dieser Spielzeit lichten. Die geliehenen Jenson Seelt (AFC Sunderland) und Jeanuel Belocian (Bayer Leverkusen) werden zu ihren Klubs zurückkehren, bei Denis Vavro, Moritz Jenz und Konstantinos Koulierakis ist ein Verbleib äußerst fraglich.
Adjetey und Cleiton – zwei spezielle Fälle
Und dann sind da noch zwei spezielle Fälle: die Winterneuzugänge Jonas Adjetey und Cleiton. Adjetey kam für zehn Millionen Euro vom FC Basel, konnte aber die Rolle der eigentlich benötigten Soforthilfe für das Abwehrzentrum nicht erfüllen und stand bislang erst einmal in der Startelf, als er gegen den HSV den entscheidenden Strafstoß zum 1:2 verursachte. Eine Szene, die dem Ghanaer schwer zugesetzt hat. Neu-Trainer Dieter Hecking fand anschließend keine Verwendung für den 22-Jährigen.
„Natürlich hat er noch Schwächen, zum Beispiel im Spielaufbau und in der Technik“, erklärt der Coach, der das Gespräch mit Adjetey gesucht hat, mit ihm arbeiten will. Aber: „In manchen Situationen ist er etwas zu überhastet, es fehlt noch ein Stück Verlässlichkeit.“ Die der VfL in seiner Situation gerade aber dringend benötigt. Hecking: „Ich sehe, dass er in jedem Training hundert Prozent gibt. Er will daran arbeiten, er ist wissbegierig, und ich werde alles dafür tun, um ihm die Brücke zu bauen, damit er bei uns den nächsten Schritt gehen kann.“ Adjetey, so der Plan, soll über den Sommer hinaus in Wolfsburg bleiben.
Ob das auch für Cleiton gilt, ist fraglich. Der Brasilianer kam ebenfalls im Winter, wies anfangs große Fitnessdefizite auf, zog sich anschließend eine Sprunggelenkverletzung zu, ist mittlerweile wieder auf dem Trainingsplatz, aber noch ohne Einsatzminute für seinen neuen Arbeitgeber. Ob sich daran jemals etwas ändert? Jedenfalls soll es sich bei diesem Transfer von Flamengo nach Wolfsburg um einen ziemlichen Alleingang von Ex-Geschäftsführer Peter Christiansen gehandelt haben. Ein Wechsel, den er schon Monate vor der Winter-Transferperiode abgewickelt hatte. Zweifel an der Klasse Cleitons, 22 Jahre alt, konnte dieser bislang auch verletzungsbedingt nicht zerstreuen.
Pikant: Wolfsburg und St. Pauli begegnen sich am letzten Spieltag
Der VfL befindet sich jedenfalls auf Verteidigersuche für beide Ligen und ist dabei auf St. Paulis Wahl gekommen, der seinen Vertrag bei den Hanseaten erst im vergangenen September verlängert hat. Es ist offensichtlich, dass der Klub gewillt ist, eine Achse an erfahrenen Führungsspielern zu installieren, mit Augsburgs Elvis Rexhbecaj, der einen Vertrag bis 2030 erhält, steht bereits der erste Neuzugang fest. Pikant im Fall Wahl: Wolfsburg und St. Pauli kämpfen gegeneinander um den Klassenerhalt, am letzten Spieltag kommt es zum direkten Aufeinandertreffen am Millerntor.

